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“Vierte Industrielle Revolution” erreicht die Versicherer

20.01.2016 – Digital_FotoliaDie von vielen Fachleuten als vierte Industrielle Revolution bezeichnete neue digitale Welt in Wirtschaft, Beruf und Alltag stellt auch die Versicherungsbranche vor Herausforderungen, die in ihrer Dimension noch gar nicht vollständig erfasst sind. Die Euroforum-Jahrestagung Haftpflicht in Hamburg war so etwas wie ein Seismograf, der deutlich erkennen ließ, dass die Versicherer noch eine gewaltige Strecke zurücklegen müssen, um mit ihren Versicherungskunden aus Industrie und Wirtschaft auf Augenhöhe zu kommunizieren und deren Bedürfnisse zufriedenstellend absichern zu können.

Eine elektronische Abstimmung unter den Teilnehmern bestätigte diese Einschätzung. Zuvor hatte bereits Dagmar Wittnebel, General Managerin der Airbus Group, Insurance Risk Management GmbH, den Versicherern ins Stammbuch geschrieben, dass diese noch keineswegs vollständig vorbereitet seien auf die qualifizierten Anforderungen der modernen Industrie. Deren Bedeutung machte sie u.a. daran fest, dass allein die Airbus-Group 3,5 Mrd. Euro in neue Technologien investiere.

2016 bewertete die Expertin “als das entscheidende Jahr für die Zusammenarbeit der Industriekunden mit der Assekuranz”. Wittnebel, die in ihrem Bereich Versicherungen von 35 Mitarbeitern unterstützt wird, stellte heraus, dass die produzierende Industrie vielfältige operative und finanzielle Ziele erfülle, die stets in Verbindung mit Innovationen und Entwicklungen hin zur digitalen Transformation stehen würden. Die Managerin kritisierte deutlich, dass die Versicherer noch nicht umfassend genug auf die neuen Welten eingestellt seien.

“Wir brauchen zielorientierte Beratung”, forderte Wittnebel. Außerdem sollte endlich die Trennung zwischen Versicherungsschutz für Eigenschäden und für Drittschäden aufgehoben werden. Versicherungslösungen müssten vom Ansatz her völlig neu durchdacht werden und “simpler, transparent, verlässlich sowie eindeutig” sein. “Ich erwarte zudem, dass die Versicherer frühzeitig in die Risikokette einsteigen. Die Unternehmen brauchen umfassende Beratung, die Versicherer müssen uns entlang der Wertschöpfungskette begleiten”.

Carsten Krieglstein, Regional Head Liability Central & Eastern Europe der Allianz Global Corporate & Specialty, ist überzeugt, dass sich die Branche sehr schnell und frühzeitig genug auf die Bedürfnisse der Industrie eingestellt hat. Primäre Aufgabe sei es noch immer, die Existenz von Risiken zu sichern. Daran habe sich nichts geändert. “Wir haben auch keine Angst vor Google, wenn sie in das Versicherungsgeschäft einsteigen wollen. Wir werden auch weiterhin durch unser Know-how überzeugen, weil wir als Fachleute Wege und Prozesse kennen.” Da sich sein Unternehmen als strategischer Partner verstehe, würde man nicht mehr nur einzelne Risiken, sondern Prozesse versichern. (wo)

Bildquelle: Fotolia

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