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Versicherungswirtschaft Ukraine

30.01.2014 – KiewSchon während der relativen Stabilität in der Ukraine vor einem Jahr gingen die Meinungen über den Versicherungsmarkt weit auseinander. Welche Auswirkungen die derzeitigen Unruhen haben werden ist unklar. Doch wie ist der Versicherungsmarkt in der Ukraine generell einzuschätzen?

Während Business Monitor International als unabhängiger Marktbeobachter eine äußerst pessimistische Sichtweise auf das Land hat – im Versicherungsreport 2013 kommen die Analysten zum Schluss, dass die Schwächen und Bedrohungen die Stärken und Chancen weiterhin überwiegen – sind am Markt tätige Versicherer positiver eingestellt.

Die Vienna Insurance Group oder Uniqa sehen in der Ukraine ein Land mit großem Potenzial, wenn sie auch die Augen nicht vor dem ebenso großen Reformbedarf verschließen wollen. Trotz der Instabilität erwarten sie langfristig eine erhöhte Kaufkraft und damit ein Ansteigen der Versicherungsnachfrage privater Haushalte. Peter Hagen, Vorstandsvorsitzender der Vienna Insurance Group, rechnet vor, dass bei der Bevölkerungszahl der Ukraine eine Verdoppelung der Pro-Kopf-Ausgaben für die Lebensversicherung von jetzt zehn Dollar auf 20 Dollar bereits ein zusätzliches Prämienvolumen von 500 Mio. Dollar ausmacht. Das seien Beträge, von denen man in den etablierten Märkten im Westen nur träumen könne. Insgesamt vereinnahmen die Tochterunternehmen internationaler Versicherungskonzerne ca. 22 Prozent des Gesamtprämienvolumens im Leben- und Nichtleben-Bereich.

Der Versicherungsmarkt in der Ukraine ist dabei seit Jahren stark fragmentiert. Anfang 2012 waren 442 Versicherungsgesellschaften registriert, von denen die Top-Zehn-Versicherer lediglich etwa 30 Prozent Anteil am Gesamtprämienvolumen erreichten. Axa, die Nummer Eins am Markt, erwirtschaftete 2012, wie auch 2011, eine Mio. Euro Gewinn in der Ukraine. Das Nichtlebenversicherungsgeschäft dominiert weiterhin den Markt. Der Anteil am Prämienvolumen beträgt über 90 Prozent, wenn auch der Bereich Leben hohe Wachstumsraten erzielt. Die Versicherungsdurchdringung liegt in der Ukraine im Vergleich zu anderen Ländern deutlich unter dem Schnitt, hat sich aber seit 2006 von 0,1 Prozent des BIP auf 2 Prozent des BIP im Jahr 2010 gesteigert. Im dritten Quartal 2013 stiegen die Bruttoprämien um 35 Prozent im Jahresvergleich auf ca. 145 Mio. Euro.

Legislative Entwicklungen haben dabei das Potenzial, wichtige Marktimpulse zu setzen. Je nachdem, wie sich die politische Lage entwickelt, könnte die bereits länger währende Diskussion über die Einführung einer verpflichtenden Krankenversicherung zum Abschluss kommen. (mh)

Foto: Kiew, Hauptstadt der Ukraine lockt mit vielen Chancen besonders für die Versicherungswirtschaft. (Quelle: Ukraine Touristik)

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