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Versicherungsmarkt Niederlande

07.04.2014 – holz-klocks-150Die Niederlande sind ein in vielerlei Hinsicht unterschätztes Land. Zwar ist die Wirtschaft in den Jahren 2012 und 2013 geschrumpft, zieht aber 2014 wieder an. Exportüberschüsse konnten durchgängig erzielt werden, und die Niederlande gehören aufgrund ihrer Haushaltssituation wie Deutschland zur Achse der stabilen Länder in der Eurokrise. Wie ist der Versicherungsmarkt in einer der europäischen Inseln der Stabilität einzuschätzen?

Die Niederlande sind die sechstgrößte Volkswirtschaft der EU und weisen nach Deutschland den zweitgrößten Leistungsbilanzüberschuss der Eurozone auf, in Relation zum BIP einen höheren als Deutschland. Dennoch stand das Land in den vergangenen Jahren selten im Rampenlicht, denn die heimische Reformagenda wird seit vielen Jahren eher im Stillen abgearbeitet. Ähnlich wie in Deutschland wurden gerade im Bereich der Sozialversicherungen kritische Themen schon vor einigen Jahren angepackt und nicht erst durch den Druck der Eurokrise. Beispielsweise gab es 2006 eine umfassende strukturelle Reform im Gesundheitswesen, die zu einem deutlichen Anstieg der privaten Finanzierungsanteile führte.

Die Niederlande waren 2012 nach Beitragseinnahmen weltweit zehntgrößter Versicherungsmarkt und europaweit fünftgrößter hinter Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien. Der Versicherungsmarkt ist mit dem deutschen Markt, bezogen auf die Höhe der Beitragseinnahmen, vergleichbar. Diese lagen 2012 bei 1.135 Euro pro Kopf und damit etwa sechs Prozent über dem Niveau in Deutschland (1.067 Euro pro Kopf).

Der Versicherungsmarkt in den Niederlanden wird vielfach als kompetitiv beschrieben. Insgesamt spielen die deutschen Versicherer in diesem Markt nur eine untergeordnete Rolle. Die Allianz ist seit 2003 unter der Firmierung Allianz Nederland präsent. Ergo ist seit 2012 in den Niederlanden am Markt.

Mit der Allianz auf Platz zehn schafft es ein einziger deutscher Versicherer in den Niederlanden gerade noch unter die Top zehn nach Beitragseinnahmen. Der Markt ist von den heimischen Versicherern dominiert, die ihre starke Position auch im zusammenwachsenden Europa behaupten konnten. Die Axa zog sich beispielsweise 2007 vollständig aus den Niederlanden zurück und verkaufte das Geschäft an die niederländische SNS Reaal.

Beim in Deutschland schon länger diskutierten Thema Provisionen haben die Niederlande eine Lösung gefunden. Provisionen für komplexere Lebens- und Rentenversicherungsprodukte sind seit Anfang 2013 verboten. Der Übergang wurde erreicht, indem Jahre zuvor die Abschlussprovisionen stetig gesenkt wurden. Auch wenn die Niederländer sich als industrielle Exportnation wohl fühlen die politischen Lösungsansätze nicht zum Exportschlager machen wollen, lohnt ein Blick auf den Markt und die regulatorischen Entwicklungen für deutsche Versicherer allemal.  (mh)

Bild: Wer solche Holzklocks trägt ist bodenständig und legt Wert auf Sicherheit. (Quelle: Hersteller)

Link: MÄRKTE

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