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Versicherungsmarkt Griechenland – Kein Geschäft ohne Vertrauensklima

06.07.2015 – Die Krisenstimmung und der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts gehen auch an den Versicherern in Griechenland nicht spurlos vorüber. Das schlechte Konsumklima und die allgemeine Vertrauenskrise in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung haben den Versicherungsmarkt in den letzten Jahren überproportional negativ beeinflusst. Worauf muss man sich am griechischen Versicherungsmarkt also einstellen?

Noch vor einigen Monaten wurde für Griechenland ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts für das Jahr 2015 prognostiziert. Dies hätte auch dem griechischen Versicherungsmarkt sehr geholfen. Denn die Entwicklung zeigte in den vergangenen Jahren der Krise überproportional zum Bruttoinlandsprodukt nach unten. Im Vergleich der europäischen Länder ist der Abwärtstrend in Griechenland deutlich sichtbar. Bei der Entwicklung der Prämien im Nicht-Leben-Bereich wies Griechenland von 2012 auf 2013 mit einem Rückgang von über zehn Prozent, die mit Abstand schlechteste Entwicklung, auf.

Bei den Prämieneinnahmen pro Kopf ist der griechische Versicherungsmarkt traditionell am unteren Ende der europäischen Länder angesiedelt, wurde jedoch mittlerweile von vergleichsweise jungen EU-Ländern wie Polen und der Slowakei überholt. Mit unter 500 Euro Prämieneinnahmen pro Kopf der Bevölkerung liegt Griechenland im Jahr 2013 bei einem Viertel des europäischen Durchschnitts. Auch bei den Prämieneinnahmen im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt steht Griechenland 2013 mit zwei Prozent am Ende der europäischen Liste und lässt von den EU-Mitgliedsländern nur Estland, Lettland und Rumänien hinter sich.

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Das Prämienaufkommen hatte einen Höhepunkt mit etwa 5,45 Mrd. Euro im Jahr 2009 und sinkt seitdem. 2013 wurden 4 Mrd. Euro unterschritten. Von diesem Prämienvolumen entfielen 42 Prozent auf den Bereich Leben und 48 Prozent auf den Bereich Nicht-Leben. Größte Marktsegmente sind hier die Bereiche Unfall und Gesundheit sowie Kfz.

Die Hellenic Association of Insurance Companies bewertet, trotz des starken Marktrückgangs, in ihrem Jahresbericht für 2013 den Fortschritt bei der Krisenbewältigung als positiv. Das Bekenntnis der damaligen Regierung Samaras zum Stabilitätsprogramm habe Vertrauen gebracht, national am Versicherungsmarkt, aber auch im Ausland. Diese Anstrengungen sollten fortgesetzt werden, um das Vertrauen zu stabilisieren, so der Verband damals.

Eine Kommentierung zu den Entwicklungen unter der Regierung Tsipras findet sich nicht. Allein der Blick auf die Statistiken seit 2008 lässt jedoch keine positiven Schlussfolgerungen zu. Bleibt Griechenland in der Krise und dreht auch das Bruttoinlandsprodukt wieder nach unten, wird der Versicherungsmarkt weiter schrumpfen. (mh)

Karikatur: Dieter Hanitzsch

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