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Versicherer sind auch beim nächsten “big think” dabei

14.01.2016 – eichmann_karsten_direkt_gothaerDie Digitalisierung wird weiter rasant voranschreiten. Dabei werden die Versicherer “auch beim nächsten ‘big think’ dabei sein”, konstatiert Karsten Eichmann, Vorstandsvorsitzender der Gothaer, im Exklusiv-Interview mit VWheute. Eine große Baustelle sieht er hingegen beim Ausbau des schnellen Internets. Hier sei das Engagement der öffentlichen Hand mehr gefordert.

VWheute: Deutschland gehört derzeit laut einer Umfrage der Statistik-Behörde zu den Spitzenreitern beim Online-Shopping, ist aber bei der Geschwindigkeit des Internets im EU-Vergleich nur Mittelmaß. Wo sehen Sie derzeit die größten Baustellen beim Thema Digitalisierung in Deutschland?

Eine große Baustelle ist sicher der flächendeckende Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes. Hier ist mehr Engagement der öffentlichen Hand gefordert, um Deutschland auf den aktuellen Stand zu bringen. Uns ist aber auch der sichere Umgang mit den Daten der Kunden ein großes Anliegen. Hier sind die hohen Standards der deutschen Versicherer dringend auch auf andere Player wie die Betreiber von sozialen Netzwerken, Suchmaschinen oder Versandhändlern anzuwenden. Auch die jüngsten europäischen Initiativen haben hier noch nicht zu einem ausreichenden Schutz der Verbraucher und einheitlichen Marktbedingungen geführt. Auch Bundesjustizminister Heiko Maas gibt dem Datenschutzschutz oberste Priorität. So sagte er jüngst im ARD Morgenmagazin, bei sensiblen Daten müsse der Nutzer, der Kunde, der Verbraucher gefragt werden, bevor die Daten verwendet werden

VWheute: Die Versicherungsbranche steht laut einer neuen Studie der Wirtschaftsberatung Bearing Point in den kommenden zehn Jahren vor einem gravierenden Transformationsprozess. Ausschlaggebende Treiber seien die Digitalisierung und daraus resultierende neue Geschäftsmodelle, der demografische Wandel und ein sich änderndes Kundenverhalten. Wo sehen Sie derzeit die größten Herausforderungen für die Branche?

Der demografische Wandel stellt die ganze Gesellschaft vor ein großes Problem. Die Branche wird sich mit entsprechenden Angeboten darauf einstellen. Die Branche arbeitet daran, den Menschen dieses Problem bewusst zu machen, bevor es für viele zu spät ist. Dazu wollen wir Angebote bieten, die den Menschen plausibel erscheinen, Sicherheit bieten und erschwinglich sind. Online wird hier eine zunehmende Rolle spielen, da auch die jungen Menschen, die überwiegend online unterwegs sind, erreicht und sensibilisiert werden müssen.

VWheute: Ein Blick in die Zukunft: wie könnten digitale Geschäftsmodelle der Versicherungsbranche im Jahr 2025 aussehen?

Gegenfrage: Wie sah es 2005 aus und wie sieht es heute aus? So wurden z.B. erst 2007 das erste Smartphone und die ersten Apps vorgestellt und es hat sich alles geändert – und zwar in einer nicht vorhersehbaren Form. In der digitalen Welt bis 2025 zu blicken, ist deshalb schon eine sehr gewagte Frage. Die Entwicklung bei der Digitalisierung wird weiter rasant vorangetrieben und wir sind auch beim nächsten “big think” dabei. Denken Sie nur an selbstfahrende Autos. Der Know-how-Vorsprung bei der Risikokalkulation, die Organisation eines Risikoausgleiches und der immer an dem Kundenverhalten ausgerichtete Marktzugang werden auch 2025 die Eckpfeiler unseres Geschäftsmodells sein.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Tobias Daniel.

Bild: Karsten Eichmann, Vorstandsvorsitzender der Gothaer, präsentiert heute die neue Gothaer-Studie “Wie digital ist Deutschland?” (Quelle: Gothaer)

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