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Versicherer setzen auf Internationalisierung

01.08.2016 – Manager_S. Hofschlaeger_pixelioOffene Grenzen in Europa und die Freizügigkeit der Arbeitnehmer gehört seit Jahren zu den Grundprinzipien des europäischen Zusammenlebens. Leben in Frankreich und arbeiten im Deutschland beispielsweise gehört im kleinen Grenzverkehr zur Tagesordnung. Nun blasen auch die Versicherer zur großen Internationalierungsoffensive – und fangen damit beim Spitzenmanagement an.

Vorbild für die Globalisierung des Versicherungsgeschäfts sind die Elektronikkonzerne. Allein das Silicon Valley ist von einer enormen ethnischen Vielfalt geprägt. Weiße, Hispanos, aber vor allem Asiaten bevölkern die Heimat der Computer-Giganten Google und Apple. IBM war bereits im Jahr 1938 in 79 Ländern rund um den Globus aktiv. Aktuell sind es 179.

Um die multinationalen Teams des Technologiegiganten besser aufeinander abzustimmen, hat der niederländische Organisationspsychologe Geert Hofstede einen Fragebogen für die Mitarbeiter entwickelt. Darin geht es um Einstellungen zum Vorgesetzten, zu den Teams, zum Verhältnis von Arbeit und Freizeit und Ähnliches. Bereits im Jahr 1971 verfügte er über mehr als 100.000 Datensätze, seine Forschung hat er seitdem kontinuierlich weiterentwickelt und ausgebaut.

Ein Destillat seiner Befragungen hat Hofstede verschiedene kulturelle Grundmuster abgeleitet – auch kulturelle Dimensionen genannt. Dabei handelt es sich um Machtdistanz, Individualismus/Kollektivismus, maskulin/feminin und Risikoaversion. Später fügte der Forscher nicht die Dimensionen Langfristorientierung und Nachsichtigkeit hinzu.

Ein zentrales Ergebnis der Forschungen: Deutschland ist eine individualistische und machtkritische Kultur, nicht viel anders als die anderen westlichen Staaten. “Die Kommunikation gehört zu den direktesten auf der Welt”, schreibt Hofstede über Deutschland. “Sie folgt dem Ideal, ehrlich zu sein, auch wenn es wehtut.” Das Gegenüber habe dadurch eine faire Chance, eigene Fehler auszubügeln. Gleichzeitig sind Deutsche unnachgiebig. “Ordnung muss sein”. Vor allem wegen ihrer Unbestechlichkeit werden Deutsche als Manager im Ausland so geachtet.

Generali-Chef Giovanni Liverani sieht in dem Universalismus, der mit der Technik einhergeht, auch ein Vorbild für die Versicherer. Microsoft, Google und Apple zeigen: Was in den USA klappt, funktioniert auch in Europa, funktioniert in Mexiko, in China, in Osteuropa, in Afrika und dem Rest der Welt.

Auch in anderen Chefetagen großer Versicherungskonzerne hat man scheinbar die große Internationalisierungsoffensive eingeläutet. Prominentestes Beispiel: Thomas Buberl, der am 1. September 2016 die Nachfolge von Deutschland-Freund Henri de Castries an der Spitze des französischen Axa-Konzerns antreten wird.

Die Globalisierung ist jedenfalls der wohl mächtigste Trend unserer Epoche. Die neuen Manager versuchen, auf dieser Welle mit zu surfen. Doch umgekehrt bringt der neue Universalismus eine Unverbindlichkeit mit sich, die pures Gift für das Versicherungsgeschäft ist. (vwh/ba)

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der neuen Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft.

Bildquelle: S. Hofschlaeger / pixelio.de

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