Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 
- Anzeige -

Versicherer pushen die Energiewende

11.04.2014 – Uwe Janssen_RuV Versicherung“Bei Offshore-Windparks in der Nordsee hängt die Versicherbarkeit von den Prämien, Selbstbehalten und Deckungssummen ab”, sagt Uwe Janssen, Abteilungsleiter Betrieb und Schaden Technische Versicherungen der R+V Versicherung, im Interview gegenüber VWheute. Im Bereich Onshore bietet der Konzern für kleinere Anlagen ein Gesamtpaket an, das sämtliche Betreiberrisiken abdeckt.

VWheute: Wie beurteilen Sie die Risiken von Offshore-Windparks in der Nordsee sowie ihre Versicherbarkeit und wo ist die R+V Versicherung in dieser Region engagiert?

Uwe Janssen: Die Windparks in der Nordsee werden weit von den Küsten erstellt. Die Meerestiefen betragen bis zu hundert Metern und die tatsächliche Baugrundbeschaffenheit weicht häufig von den Untersuchungsergebnissen ab. Überdies sind dort die Kumulrisiken außerordentlich hoch. Das bewirkt, dass andere Kostenverhältnisse wirken als anderswo. Die R+V Versicherung bietet zum Beispiel im Konsortium Schutz für Bard Offshore 1 in der Nordsee, ein 60 Quadratkilometer Windpark nordwestlich von Borkum. Für den Windpark Alpha Ventus waren wir als Versicherer in der Errichtungsphase führend engagiert. Auch wird u.a. der Betriebsunterbrechungsschaden versichert, wenn also kein Strom aufgrund eines Sachschadens eingespeist werden kann. Grundsätzlich ist die Versicherbarkeit von Offshore-Anlagen abhängig von den Prämien, Selbstbehalten und Deckungssummen.

VWheute: Im Onshore-Bereich hat die R+V Versicherung einen Marktanteil von zwölf bis 15 Prozent Welche Lösungen bieten Sie hier an?

Uwe Janssen: Für Onshore-Windanlagen bis 3,6 Megawatt haben wir ein Gesamtversicherungspaket entwickelt. Dort sind sämtliche Betreiberrisiken abgedeckt – von der Planung, über die Errichtung bis hin zum Betrieb. Diese beinhaltet neben der technischen Versicherung den Haftpflichtschutz. Dieser deckt die Risiken der Stromeinspeisung sowie des Betriebs des Leitungsnetzes ab. Auch beinhaltet die Police eine Bauherrenhaftpflichtpolice ohne Begrenzung der Bausumme. Zudem bieten wir eine Rechtsschutzkomponente an, die in der Betriebsphase zahlreiche juristische Streitigkeiten abdeckt. Überdies ist eine Gesamtversicherungspake für Manager der Betreibergesellschaft bis zu fünf Mio. Euro Versicherungssumme Bestandteil des Schutzes. Eine Besonderheit ist eine unbefristete Rückbaubürgschaft. Da jeder Betreiber seine Anlage nach Betriebsende zurückbauen muss, ist er verpflichtet, vor Baubeginn eine Bürgschaft vorzulegen. Der Kunde kann hier die Sicherheitsleistung über einen Zeitraum von zwölf Jahren an die R+V Versicherung zahlen. Damit verbessert er seine Liquidität und kann einfacher kalkulieren. Größere Anlagen (über 3,6 Megawatt) können selbstverständlich nach individueller Prüfung auch versichert werden.

VWheute: Welche großen Trends sehen Sie bei der Versicherung von Erneuerbare Energien-Anlagen?

Uwe Janssen: Zunächst einmal ist von großer Bedeutung, dass das Wissen um die Risiken von Offshore-Windparks auf hoher See besser erkannt und das Schadenpotential damit verringert werden kann. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) stellt auf der Hannover Messe dem Publikum hierzu einen Leitfaden vor. 90 Fachexperten, darunter Erst- und Rückversicherer sowie Entwickler, Hersteller und Betreiber von Windenergieanlagen waren daran beteiligt. Dieses Papier gibt wertvolle Anhaltspunkte für das Riskmanagement innerhalb des Errichtungsprozesses von Offshore-Windparkprojekten. Das ist auch für künftige Investitionen von entscheidender Bedeutung. Klar ist aber auch, dass die politischen Rahmenbedingungen für die Windenergie klar gesetzt werden. Die Flächennutzungspläne für die Onshore-Windenergie sind ausgearbeitet und die Investoren warten hier auf kalkulierbare Signale. Die Energiewende spielt sich auch im häuslichen Bereich ab. Mit komplexer Haustechnik, die Solaranlage, Wärmepumpe, Energiespeicherung und Steuerung einzelner Geräte umfasst, kann wertvolle Energie eingespart werden. Der Trend geht hier eindeutig zu Haustechnikpolicen, die Sachschäden und Betriebsunterbrechungsschutz im Gesamtpaket bieten. Die R+V Versicherung ist hier im gewerblichen Bereich auf dem Markt.

Das Interview führte VWheute-Korrespondent Herbert Kieffer.

Foto: Betreiber wie Investoren haben bei Offshore-Maßnahmen ein Sicherheitsbedürfnis, das befriedigt sein muss, weiß Uwe Janssen von der R+V Versicherung. (Quelle: R+V Versicherung)

Autor:
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten