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Versicherer-Investments: Risikobereitschaft wächst

26.11.2014 – Trotz Niedrigzinsen investieren Banken und Versicherer eher konservativ. Allerdings setzen sich die Versicherer mit deutlich verstärktem Engagement in Unternehmensanleihen Marktrisiken aus. Die Bundesbank sieht in ihrem Stabilitätsbericht weitere Anzeichen für steigende Risikobereitschaft.

Investitionen in wenig regulierte Fonds wie Hedgefonds und Kreditfonds seien nicht signifikant ausgeweitet worden. Versicherer sowie Pensionsfonds würden aber zunehmend in Kreditfonds investieren, um ihre Anlagen zu diversifizieren. Für Versicherer sind insbesondere kreditvergebende Fonds mit geringem Fremdkapitaleinsatz interessant. Diese können gemäß der Anlageverordnung für Versicherer in der Anlageklasse „Beteiligung“ bilanziert werden.

In dieser Kategorie ist mit 35 Prozent des Sicherungsvermögens eine höhere Investitionsquote zulässig als bei Verbriefungen (7,5 Prozent des Sicherungsvermögens) und Hedgefonds (5 Prozent), die ebenfalls für Kreditengagements infrage kommen.

Deutsche Versicherer haben den Anteil der Unternehmensanleihen an ihren Kapitalanlagen in den vergangenen drei Jahren von 4,3 auf 6,9 Prozent erhöht. In den von deutschen Lebensversicherern gehaltenen Portfolios festverzinslicher Wertpapiere haben sich laut Bundesbank die Ratings verschlechtert.

BB_Rentenportfolios_LV_Deutsche_Bundesbank

So ist der Anteil der mit der Topnote AAA bewerteten Titel in den Jahren 2011 bis 2013 von 44,8 auf 35,6 Prozent gefallen, während gleichzeitig der Anteil der Anlagen mit BBB-Rating, also der niedrigsten Stufe im Bereich Investment Grade, von 7,1 auf 12,8 Prozent gestiegen ist.

Während die Geschäftsentwicklung des deutschen Versicherungssektors laut Bundesbank insgesamt durchaus positiv verlief, sind gerade die Lebensversicherer aufgrund hoher Garantieverpflichtungen von niedrigen Zinsen betroffen.

Eine abrupte Zinswende könnte laut Analyse aber den Effekt haben, dass Versicherte aufgrund attraktiverer Alternativanlagen Verträge kündigen. Daher sei es erforderlich, dass vor allem die Lebensversicherer ihre Solvabilität nachhaltig.

Zudem würden sich Zinsänderungsrisiken bei Lebensversicherern über Produkte ohne oder durch solche mit einer flexiblen Garantieverzinsung reduzieren lassen.

BB_Eigenmittel_LV_Finanzstabilitaet_Bundesbank

Seit dem Jahr 2008 ist die laufende Durchschnittsverzinsung – Verzinsung auf Kapitalanlagen der deutschen Lebensversicherer – sehr viel stärker gesunken als der Höchstrechnungszins – der Zins auf die vertraglich garantierten Leistungen für die Versicherten. Der sich verringernde Abstand zwischen diesen beiden Größen verdeutlicht laut Bericht der Bundesbank die zunehmenden Belastungen der Lebensversicherer im Niedrigzinsumfeld.

Diese Entwicklung werde sich weiter verschärfen, wenn die Zinsen auf niedrigem Niveau bleiben. Die positive Entwicklung der Nettoverzinsung stünde hierzu nicht im Widerspruch. Sie sei vor allem auf die Realisierung von Bewertungsreserven zurückzuführen. (vwh/ku)

Grafiken: Die Rentenportfolios und die Eigenkapitalausstattung deutscher Lebensversicherer. (Quelle: Bundesbank)

Link: Finanzstabilitätsbericht 2014 (PDF)

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