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Versicherer investieren verstärkt in die Windkraft

11.03.2014 – Windkraftanlage OnshoreDie Bundesregierung will nach ihrem Entwurf zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die Vergütungssätze für produzierten Windstrom aus neu errichten Anlagen deutlich senken. Dennoch planen die Versicherer, vermehrt in die deutsche Windkraft zu investieren. Zudem bauen diese ihre internationalen Engagements aus.

Beim Gothaer-Konzern zum Beispiel beträgt der Anteil der Investitionen in die regenerativen Energien derzeit 210 Mio. Euro und soll Ende 2015 auf rund 500 Mio. Euro anwachsen. „Mindestens 50 Prozent davon“ entfallen auf die Windkraft, heißt es auf Anfrage. Die bisherigen Schwerpunkte der Investitionen „liegen in Deutschland und Frankreich“. Kleinere Investments wurden in Schweden und United Kingdom vorgenommen.

Auch die Allianz will ihr Engagement bei den erneuerbaren Energien weiter ausbauen. Derzeit ist der Konzern in 43 Wind- und sieben Solarparks investiert. Erst jüngst erwarb Allianz Capital Partners (ACP) den 24-Megawatt-Windpark Cottbusser See in Brandenburg. Die Meag als Vermögensmanager des weltweit größten Rückversicherers Munich Re und des Erstversicherers Ergo setzt ebenfalls verstärkt auf die Windkraft. 40 Prozent des in erneuerbaren Energien investierten Kapitals stecken in diesem Sektor. Die Meag beteiligt sich nur an Onshore-Projekten und nicht an Windkraftanlagen auf See. Mittelfristig sollen die Investitionen im Bereich erneuerbare Energien um 1,5 Mrd. auf 2,5 Mrd. Euro erhöht werden. Zur Relation: Insgesamt verwaltet die Meag Kapitalanlagen im Wert von derzeit 228 Mrd. Euro. Institutionelle Investoren wie Versicherer, Pensionskassen, Versorgungswerke und Banken stecken nur ein Prozent ihrer Investments in Infrastrukturanlagen, so eine Studie des Steinbeis Research Center for Financial Services.

Im Entwurf für das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz, das am 1. August dieses Jahres in Kraft treten soll, plant Bundeswirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel, die Vergütungssätze für Stromeinspeisungen aus neu errichteten Windkraftanlagen deutlich zu senken und deren Ausbau zu begrenzen. An ertragreichen Standorten wie in Norddeutschland sollen die Vergütungen, die Betreiber von Onshore-Windkraftanlagen für produzierten Strom erhalten, um bis zu 20 Prozent gekappt werden. Für Windstrom, der auf hoher See gewonnen wird, fallen die Vergütungen in den Jahren 2018 und 2019 um jeweils ein Cent auf 18 beziehungsweise 17 Cent je Kilowattstunde.

Die Gothaer erklärt zu der EEG-Reform: „Das wichtigste Signal für die Investoren ist zunächst einmal, dass keine nachträglichen Eingriffe in garantierte Einspeisevergütungen von Bestandsanlagen erfolgen werden.“ Der Konzern wolle aber nach der Einigung der großen Koalition auf ein neues Förderregime genau prüfen, ob sich Investitionen in Deutschland noch lohnen. Für den Vermögensmanager Meag ist auch vor dem Hintergrund der internationalen Engagements wichtig, dass die Rahmenbedingungen für Investitionen, die auf mindestens 20 Jahre abgeschlossen werden, gleich bleiben und es „keine retrospektiven Änderungen“ gibt, erläutert ein Sprecher gegenüber VWheute. Rückwirkende Steueränderungen, wie in Spanien geschehen, dürfe es nicht geben. Die Attraktivität von Windenergieprojekten europaweit variiert von Land zu Land und hängt vom jeweiligen Förderregime ab. „Wünschenswert wäre eine stärkere Harmonisierung der regulatorischen Rahmenbedingungen und der Förderpolitik”, so der Meag-Sprecher. (mh)

Bild: An ertragreichen Standorten wie im Norden Deutschlands soll die Vergütung für Windstrom aus Onshore-Anlagen um bis zu 20 Prozent sinken (Quelle: Bundesverband WindEnergie e.V.)

Link: MÄRKTE

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