Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Versicherer in Griechenland

18.07.2013 – Die drei großen Kreditversicherer Euler Hermes, Coface und Atradius haben sich offiziell und zu weiten Teilen aus dem Markt zurückgezogen. Sie versichern gar keine oder nur noch sehr wenige neue Kundenbeziehungen, auch bestehende Limite wurden gestrichen. Begründet wird dies mit der schlechten wirtschaftlichen Lage in Griechenland.
So resümiert etwa Atradius in seinem Länderreport im Juli 2012 sowie im März 2013: Die Unternehmens-Insolvenzen in Griechenland stiegen im Jahr 2009 um 50 Prozent in den Jahren 2010 und 2011 um jeweils 30 Prozent. Die errechnete durchschnittliche Wahrscheinlichkeit, mit der ein griechisches Unternehmen seine Kredite nicht rechtzeitig zahlen kann oder gar Insolvenz anmelden muss, lag im März 2012 bei 11,5 Prozent (in Deutschland: 0,5 Prozent). Laut Atradius ist mit einer weiteren Verschlechterung der Lage in Griechenland zu rechnen. Für neue griechische Kunden würden deshalb keine Deckungen gewährt, lediglich ausgewählte bestehende Kundenbeziehungen blieben versichert.
Marsh erklärt im Ausblick auf das Versicherungsjahr 2013, dass insbesondere Anbieter von Warenkreditversicherungen immer noch Vorsicht walten lassen, was ein Engagement in Ländern wie Griechenland angeht. Der Vorstandsvorsitzende der Munich Re, Nikolaus von Bomhard, hat im Oktober 2012 vor einem neuen Schuldenschnitt für Griechenland gewarnt: „Einen neuen Haircut darf es in dieser Lage nicht geben, sonst geht das Vertrauen restlos verloren“.
Aus dem Geschäftsbericht 2012 der Allianz ist indes ersichtlich, dass sich das operative Ergebnis auf dem griechischen Markt 2012 im Vergleich zu den Vorjahren sogar verbessern konnte. So belief sich dieses im Bereich Schaden- und Unfallversicherungen im Jahr 2010 auf 16 Mio. Euro, 2011 auf 15 Mio. Euro und stieg 2012 wieder auf 19 Mio. Euro. Beim operativen Ergebnis im Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft sieht es ähnlich aus: 2010 waren es vier Mio. Euro, 2011 drei Mio. Euro und 2012 vier Mio. Euro.
Obwohl das Klima in Griechenland durch die tatsächliche Wirtschaftskrise belastet bleibt, investieren einige Versicherungsunternehmen weiterhin in diesen Standort. So hat die Allianz mit einer Kapitalerhöhung von 134 Millionen Euro ihre Tochtergesellschaft in Griechenland unterstützt, als diese schwächelte. Insgesamt wird jedoch davon ausgegangen, dass der deutschen Versicherungswirtschaft selbst eine Umschuldung Griechenlands wenig anhaben kann. Gemessen an den gesamten Kapitalanlagen machen griechische Anleihen 0,22 Prozent des Bestandes aus. Der Chef der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa, Gabriel Bernadino, bewertet das Risiko bei Staatsanleihen von Versicherern als „schon eingepreist”.

Link: Atradius (PDF)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten