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Versicherer in der digitalen Umlaufbahn

19.07.2016 – Businessman using digital tactile screen with chartsOb künstliche Intelligenz, branchenübergreifende Eco-Systeme oder das Internet der Dinge: Die Welle digitaler Entwicklungen wirbelt die Industrie mächtig auf. Besonders die Versicherer stehen unter Druck, traditionelle Geschäftsmodelle neu zu denken und sich auf die beschleunigte Welt einzustellen.

Vertrieb: Bei der Einführung digitaler Vertriebsstrukturen müssen Versicherer die Makler und Agenten nahtlos in die Vertriebsorganisation integrieren. Der persönliche Kontakt bleibt für viele Kunden im digitalen Zeitalter nach wie vor wichtig – insbesondere allerdings nur in den Fällen, in denen ein komplexes Problem zu lösen ist.

Marketing: Hier entwickeln sich Skills mit Blick auf Big Data Analytics zur Kernkompetenz. Versicherer müssen diese Fähigkeiten nutzen, um ihre Strategien über die gesamte Wertschöpfungskette in einem integrierten Ansatz fortlaufend weiterzuentwickeln. Dazu sollten sie auch auf die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz zurückgreifen. Hierbei gilt es, über alle Kanäle hinweg nah am Kunden zu bleiben.

Produktgestaltung/ Tarifierung: Big Data und IoT-Lösungen erlauben die Einführung neuer Versicherungsprodukte. Telematik setzt sich in vielen Versicherungssegmenten bereits durch, die Mehrheit der Versicherer hat Smart-Home-Angebote auf den Markt gebracht. Auch Anwendungen für Gesundheit und Fitness verbreiten sich. Zudem setzen sich „On-demand“-Tarife durch, bei denen z. B. nur während der Nutzung des zu versichernden Gegenstands Gebühren anfallen.

Personal: Viele Aufgaben werden künftig automatisiert erledigt, wodurch klassische Berufsbilder wie Underwriter oder Schadensbearbeiter an Bedeutung verlieren. Zugleich entstehen neue Rollen, die zusätzliche Kompetenzen der Mitarbeiter erfordern. Ein Beispiel: Der Architekt digitaler Ecosysteme. Versicherer sollten daher auf interdisziplinäre Teams mit ausgeprägten digitalen Kompetenzen setzen. Um für diese Talente attraktiv zu sein, müssen sie das Arbeitsumfeld und die Kultur ihres Unternehmens zugunsten einer schlanken, agilen Start-up-Atmosphäre verändern.

Organisationsstruktur: Agile Strukturen sind die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Digitalisierung. Dabei empfiehlt sich die Gründung von Innovationslaboren und -teams, um mithilfe agiler Methoden neue Lösungen zu entwickeln. An Bedeutung gewinnen auch Partnerschaften mit Technologieunternehmen, aus denen neue Geschäftsmodelle oder Wertschöpfungsnetze („Ökosysteme“) entstehen. Ein wesentlicher Wachstumstreiber dürften in den kommenden Jahren zudem Akquisitionen von Start-ups oder anderen innovativen Marktteilnehmern sein. Interessant wird dabei sein, welche Rolle der jeweilige Versicherer in den neuen etablierten Ökosystemen einnehmen kann. (Christian Richter, Managing Director Versicherungen bei Accenture Strategy)

Bild: fotolia/sdecoret

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