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Versicherer als Kapitalanleger – volkswirtschaftliche Bedeutung

21.10.2013 – Versicherer sind wichtige Kapitalgeber für Investitionen in Arbeitsplätze, öffentliche Infrastruktur und Immobilien. Der Kapitalanlagenbestand (ohne Pensions­ und Sterbekassen) betrug laut  Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) Ende 2011 rund 1.285 Mrd. EUR und stieg damit gegenüber dem Vorjahr um mehr als zwei Prozent an. Durch die Finanz- und Euro-Krise entwickelte sich die Aufteilung der Anlagen auf die jeweiligen Sparten jedoch äußerst unterschiedlich.

Die Anlagepolitik der Versicherungsunternehmen ist aufsichtsrechtlich stark reguliert, um größtmögliche Sicherheit der Versichertengelder zu garantieren, zugleich aber auch Rendite zur Verfügung stellen zu können. Dazu investieren die Versicherer vor allem in Rentenpapiere, Aktien, Unternehmensbeteiligungen und Immobilien. Rentenpapiere stellen den Anlageschwerpunkt dar. Ende 2011 entfielen 80,5 Prozent aller Kapitalanlagen deutscher Versicherer auf diesen Sektor, also 1.035 Mrd. EUR. Den nächst größeren Posten bildeten Beteiligungen. Sie entwickelten sich in den letzten Jahren relativ stabil und machten Ende 2011 11,1 Prozent der Kapitalanlagen aus. Enorme Veränderungen durch die Finanzmarktkrise waren beim Engagement in Aktien zu sehen. So reduzierten die Versicherer ihre Aktienanlagen stetig zugunsten der Rentenpapiere, wodurch die Aktienquote Ende 2011 mit nur noch 2,9 Prozent ihren Tiefpunkt erreichte. 2007 hatte der Anteil noch 8,2 Prozent betragen. Die Investitionen in Immobilienanlagen stiegen dafür leicht von 2,9 Prozent im Jahr 2010 auf 3,1 Prozent im Jahr 2011. Der Anteil sonstiger Anlageprodukte ging von 4,4 Prozent im Jahr 2007 auf 2,5 Prozent Ende 2011 zurück.
Die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) mit einem niedrigen Leitzins war und ist auch im Kapitalmanagement der Versicherer zu spüren. Das Erwirtschaften einer hohen Rendite ist in diesem Umfeld erschwert. Bei einer Umfrage der Beratungsfirma Boston Consulting Group und Axa Investment Managers bezeichneten deshalb auch 68 Prozent der CIOs von Versicherungsunternehmen in Europa das Niedrigzinsumfeld als größte Herausforderung der Branche.
Das Bestreben der Versicherer nimmt deshalb zu, bei den Anlagen mehr zu diversifizieren und Investitionen in den Kategorien Immobilien, Infrastrukturprojekte und Beteiligungen auszubauen. „Ich könnte mir vorstellen, dass das Volumen hier mittelfristig von 55 auf etwa 80 Milliarden Euro steigt“, so jüngst Finanzvorstand Maximilian Zimmerer. Einen Trend hin zu mehr Immobilieninvestitionen sieht auch die Unternehmensberatung Ernst & Young. Da die Renditeerwartungen bei neuen Immobilienprojekten mit mehr als fünf Prozent zurzeit aussichtsreich sind, engagieren sich viele Versicherer nun verstärkt in diesen Sektor. 70 Prozent der befragten Unternehmen halten Immobilieninvestments für wichtig, um ihren Verpflichtungen aus dem Garantiezins nachkommen zu können. 57 Prozent wollen deshalb den Anteil der Immobilieninvestitionen weiter erhöhen.
Zudem ist die deutsche Versicherungswirtschaft dabei, im Rahmen der Energiewende das finanzielle Engagement in Erneuerbare Energien und Infrastrukturprojekte deutlich auszuweiten: Zum einen, indem sie die teilweise außerordentlich hohen Risiken von Offshore-Windparks abzudecken versucht, zum anderen als Investor in Windparks und Netze. In einem Positionspapier forderte der GDV jedoch rechtliche Anpassungen für ein stabiles und rechtssicheres Investitionsumfeld. (ls)

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