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Versicherer als Business-Enabler von Industrie 4.0

17.02.2016 – Industrie_Claudia Mirus_pixelioEntwicklungen wie die Smart Factory und von Robotics-Lösungen bringen neue Herausforderungen für die Versicherungswirtschaft. Industrie 4.0 impliziert Risikomanagement, das der Komplexität neuer Geschäftsmodelle gerecht wird. Deckungskonzepte von der Betriebsunterbrechung bis hin zur Prävention von Cyber-Attacken fallen in den Aufgabenbereich von Versicherern. Dazu sollen sie Innovationen tatsächlich auch ermöglichen.

Laut aktuellem Beitrag im CRO-Forum (PDF) wird es für Versicherer darum gehen, die Transformation der Industrie aktiv zu begleiten. Denn mit der Digitalisierung und Vernetzung wird nicht nur die Effizienz zu steigern gesucht. Auch die Komplexität von Prozessen nimmt zu. Das hat jüngst Stefan Thumm vom Allianz Center für Technology bei den AGCS Expert Days herausgestellt.

Es geht dann tatsächlich für ein Unternehmen um die Frage, welcher Grad an Komplexität in den einzelnen Betrieben einerseits gebraucht wird und andererseits von ihnen beherrscht werden kann. Dies nicht zuletzt mit Blick auf das Risiko von Cyber-Attacken. In der Abwägung hilft der professionelle Risikomanager.

Risikobuchhaltung hat hier keinen ökonomischen Mehrwert. “Risiko- und Chancenmanagement ist mehr”, stellt Branchenexperte Frank Romeike heraus. Viele Branchen müssten im Bereich des Risikomanagements umdenken. Er mahnt bei Unternehmen mit komplexen Wertschöpfungsketten ein derartiges Fundament der Unternehmenssteuerung an. Seine Kritik: “Viele Risikomanager und Entscheider konstruieren ihr Risikomanagement so, als gäbe es nur Sonnentage.”

Veränderte Risikolandschaft

(Klicken zum Vergrößern) Grafik: Neue Chancen und Herausforderung von Industrie 4.0 (Quelle: AGCS)

Für Versicherer bringt die Industrie 4.0 und die Mensch-Maschine-Kollaboration laut CRO-Forum ganz neue Implikationen:

  • Haftungsrisiken aufgrund von Rückrufaktionen werden zurückgehen mit direkten Auswirkungen auf den Deckungsbedarf.
  • Auch Ausgaben für die betrieblich organisierte Unfallversicherung in den USA und andernorts werden zurückgefahren.
  • Die allgemeine Haftpflicht wird demnach kaum Aufwind erfahren, denn ein höherer Grad an Automation verspricht geringere Aufwendungen für Mitarbeiter- und Sachschäden.
  • Die Komplexität der Prozesse indes erfordert ein ausgeklügeltes System der beruflichen Haftpflicht, gerade für das verantwortliche Management. Nicht zuletzt bergen Planung und Aufbau einer Smart
  • Factory Risiken der Betriebsunterbrechung und Auswirkungen auf die Lieferkette.

Für Smart Factories lautet die Empfehlung, sich gegen plötzliche und unvorhergesehene Verluste, auch unvorhergesehenen Ausmaßes zu schützen – Cyberschutz ist hier ein zentrales Stichwort. Ganze Wirtschaftszweige können so mit einem Schlag in Gefahr geraten, “Das Ausmaß von Betriebsunterbrechungs-Schadenfällen wird immer gravierender – und dieser Trend wird durch die Vernetzung zwischen Unternehmen, durch globale Lieferketten und verschlankte Produktionsprozesse weiter verstärkt”, erklärt hier Chris Fischer Hirs, CEO der AGCS.

Die Komplexität von Lieferketten bedeuten logistische Challenges: “An jeder Schnittstelle sind Gefahren für die Sicherheit“, konstatiert Christopher W. Stoller von der Dualen Hochschule BW in Lörrach. “Es fehlt oft an einer unternehmenseigenen ‘business resilience-Strategie’, also einem formulierten Ansatz, wie man mit Cyberrisiken proaktiv umgeht.”

Hier kommen Versicherer genauso ins Spiel wie auch als sogenannte Business-Enabler. Kompetenzen in Risiko-Modellierung und in der Analyse unstrukturierter Daten erlauben punktgenaueres Underwriting auch in Partnerschaft mit den Playern in der Analytics-Industrie. Hier sehen die Experten auch Potenzial zur Entwicklung von Dienstleistungen jenseits reiner Deckungskonzepte. (vwh/ku)

Bildquelle: Claudia Mirus / pixelio.de

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