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Versicherbarkeit weiten durch Risikomanagement und Daten

30.09.2014 – Hebamme_Helene Souza_pixelioanzeigeWährend die Versicherbarkeit von Elementarschäden mit gemeinsamen Anstrengungen wie Anpassungen von Bauordnungen, mit transparenten Risikozuschlagmodellen zu handhaben ist, rechnet DAV-Chef Rainer Fürhaupter die Bedürfnisse der Versicherer bei der Heilwesenhaftpflicht ungleich höher.

Professionelle Tarifierung ist eine Sache, die Kommunikation der Risikoprämien in den Markt eine andere. Hier stellt sich bei der Hebammenhaftpflicht mit dem dramatischen Prämienanstieg die Frage der Finanzierbarkeit. Einen Einwand erlaubt sich der Versicherungsmathematiker aber an dieser Stelle: 600 Mio. Euro machen die gesamten Haftpflichtprämien vom gesamten Gesundheitshaushalt, der seinerseits 300 Mrd. Euro umfasst, aus.

Bis zu 15 Prozent lasse sich der Aufwand durch umfassendes Risikomanagement – gemeinsam mit dem Kunden – senken. Es geht hier, will Fürhaupter auch heute bei den Fachkreisen Versicherungsökonomie und Versicherungsrecht herausarbeiten, um professionelle Analyse der Schadenursachen, um Qualitätssicherung durch ausführliche Dokumentation und um Prävention durch Schulungen. Können an dieser Stelle gar Alternativen diskutiert werden. Das Stichwort hier, mit Blick auf die Auswirkungen auf lanfrsistige Erwartungswerte und Standardabweichungen, Claims Made vs. Occurence.

Ein zentrales Problem sieht Fürhaupter in der Kommunikation der neuen Tarife an die Kunden. Könnte eine gesetzlich festgelegte Höchsthaftung praktikabel sein mit einer staatlichen Exzedentenklösung, die aber im Zweifel auf den Steuerzahler umgelegt werden müsste? Die Reaktionen der Sozialversicherungsträger auf die Forderung nach einem Regressverzicht – immerhin sind das laut Fürhaupter mittlerweile mehr als 25 Prozent des Schadenaufwands bei Personenschäden – indes dürften klar sein.

Im Spannungsfeld höherer Lebenserwartungen, der Entwicklung der Personen-Großschäden (siehe Grafik), sowie der politischen Lage, benötigten Versicherer Hilfe bei Prognosen des weiteren Trendrisikos.

DAV-Statistik
(Klicken zum Vergrößern) Grafik: Die Entwicklung der Personen-Großschäden in der Heilwesenhaftpflicht (Quelle: DAV)

Elementarschutz ist notwendig für fast alle Gebäude, lautet die These Fürhaupters angesichts steigender Ereignisse. Doch hier sieht er die Versicherbarkeit weitgehend gegeben. Die Notwendigkeit einer Pflichtversicherung indes sieht der Vorsitzende der Deutschen Aktuarvereinigung kritisch. Gerade beim Kumulrisiko mache sich die Regulierung bemerkbar: Risikokapitalmodelle nach Solvency II verlangen bei Sturm und Hagel und Elementar bis zu 40 Prozent Zuschlag auf Erwartungswerte.

Fürhaupter sieht noch kalkulatorische Unsicherheiten bei Kumulen in Inhalts- und Betriebsunterbrechungsversicherungen wegen schwer zu bestimmender Schadenhöhenverteilung. Bessere Daten – Hilfe bei Trendaussagen zu Extremwetterentwicklungen und feinere Zonierungen – können hier Abhilfe schaffen.

Bildquelle: Helen Souza/ pixelio

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