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Versenkt der Klimawandel auch Versicherer?

01.12.2014 – Klimawandel_uschi dreiucker_pixelioVon 1. bis 12. Dezember findet die diesjährige UN-Klimakonferenz in Lima statt. Die Ergebnisse der jüngsten Klimagipfel waren meist ernüchternd: Das ursprünglich schon für 2009 geplante Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll soll erst 2015 beschlossen werden. Was wird durch den Klimawandel und auch die Verzögerungen in der internationalen Klimaschutzpolitik auf die Versicherungswirtschaft zukommen?

Für das jährliche Vertragsstaatentreffen bringt das Jahr 2014 ein kleines Jubiläum, denn es ist die 20. Klimakonferenz. Seit der Festlegung verbindlicher Emissionsreduktionsziele in Kyoto im Jahr 1997 waren die Interessenlagen der Staaten aber zu unterschiedlich, um weitergehende weltweit akzeptierte Regelungen auszuhandeln. Inhaltlich steht die Konferenz 2014 von Anfang an unter dem Zeichen der Vorbereitung und informeller Verhandlungen. Denn im Frühjahr 2015 wollen einige große Staaten, darunter auch die USA, Emissionsreduktionsziele über das Jahr 2020 hinaus bekannt. Bei der im Dezember 2015 in Paris stattfindenden Konferenz soll dann ein Nachfolgevertrag für das bis 2020 verlängerte Protokoll von Kyoto verabschiedet werden.

Für die Versicherer ist die Klimaentwicklung von höchster Relevanz. Der GDV bezeichnet den Klimawandel als eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Denn Schäden durch Umwelteinflüsse nehmen für die Branche immer größere Ausmaße an. Gemäß Zahlen des GDV betrafen 40 Prozent der gesamten Leistungen der deutschen Wohngebäude- und Hausratversicherer im Jahr 2013 Schäden durch Naturgewalten. Langfristige Prognosen gehen von einer Verzwei- bis Verdreifachung von Natur- und Wetterschäden in den nächsten Jahrzehnten aus.

Der GDV spricht sich daher dafür aus, dass für die Forschung über extreme Wetterereignisse mehr investiert werden müsse. Insbesondere die Schaden- und Rückversicherer bekommen die finanziellen Folgen zu spüren. Der GDV gibt die klare strategische Zielsetzung aus, dass es für alle Beteiligten wirtschaftlicher ist, die Folgen einer Katastrophe durch Informations- und Präventionsanstrengungen im Vorfeld möglichst gering zu halten, als im Nachhinein die Schäden zu beseitigen und zu regulieren.

Doch international ist das Thema längst noch nicht branchenweit angekommen, wie eine Untersuchung der NGO CERES (Coalition for Environmentally Responsible Economies) zeigt. CERES verfolgt das Ziel, Investoren wie Untenernehmen zu größerer Nachhaltigkeit in der Weltwirtschaft zu bewegen. Den Versicherern wurde in Bezug auf den Klimawandel ein denkbar schlechtes Zeugnis ausgestellt. Ein aktueller Report kommt zu dem Ergebnis, dass nur acht von 193 untersuchten großen Versicherern über umfassende Planungen verfügen, wie mit dem Klimawandel umzugehen ist.

88 Prozent der untersuchten Versicherer haben keine Positionierung zum Klimawandel veröffentlicht. Bestnoten erhielten unter anderem die Allianz, die Munich Re und die Swiss Re. Die Munich Re analysiert die Auswirkungen des Klimawandels schon seit den 1970er Jahren und behandelt die sich ergebenden Herausforderungen, aber auch Chancen als langfristiges, strategisches Thema. Insbesondere werden die Auswirkungen auf die Umwelt analysiert, daraus abgeleitet aber auch technologische und regulatorische Veränderungen. Der Report hat das Potential wachzurütteln, denn wie bei den politischen Klimaverhandlungen schafft manchmal nur die unmissverständlich klare Darstellung einer Situation die Grundlage für den nächsten Schritt. (mh)

Bildquelle: Uschi Dreiucker/ pixelio

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