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Verdrängte Furcht vor dem Pflegefall

05.09.2013 – Pflege-DamenDie Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten eint die Deutschen: In allen Bundesländern steht diese Befürchtung weit oben auf der Sorgen-Skala. „Übertroffen wird diese traditionell sehr große Angst von der Besorgnis über die europäische Wirtschaftslage. Wie eine Sonderbefragung zeigt, befürchten fast drei Viertel aller Deutschen, dass die Euro-Schuldenkrise sie teuer zu stehen kommt“, so Rita Jakli, Leiterin des Infocenters der R+V Versicherung. Paradox scheint die Einstellung der Deutschen beim Thema Pflege und Vorsorge.

Angesichts der großen wirtschaftlich-politischen Sorgen treten die persönlichen Ängste in fast allen Bundesländern in den Hintergrund. Die ängstlichsten Bundesbürger lebten 2012 in Sachsen-Anhalt, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern. Die beste Stimmung herrschte in Nordrhein-Westfalen.
Fast drei Viertel aller Deutschen sind sich einig: Die Schuldenkrise einiger EU-Mitgliedsstaaten, wie Griechenland, Portugal, Spanien und Italien, sowie die Auswirkungen des Schuldenkrisenmanagements für den deutschen Steuerzahler bereiten die größten Sorgen. Mit 73 Prozent erreicht diese Angst den zweithöchsten Wert, der jemals in der R+V-Ängste-Studie gemessen wurde. Zudem befürchteten 2012 zwei Drittel aller Deutschen (65 Prozent), dass der Euro durch die Schuldenkrise gefährdet ist. Diese Angst ist gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent gestiegen. Wie eine neue Sonderfrage zeigt, grassiert bei den Deutschen auch die Furcht vor politischem Missmanagement in Brüssel: 60 Prozent aller Befragten sehen die Finanz – und Wirtschaftskraft Deutschlands durch Beschlüsse der Europäischen Union gefährdet.

Trotz kontinuierlich steigender Pflegezahlen nimmt die Angst davor, später einmal selbst zum Pflegefall zu werden, nicht zu. Sie liegt mit 50 Prozent auf Platz 5 der Ängste-Skala. Das ist zwar der niedrigste Wert seit 14 Jahren, aber immer noch ein klares Zeichen dafür, dass mindestens die Hälfte der Befragten befürchtet, später einmal als Pflegefall anderen zur Last zu fallen. In dieser Frage zeigt sich auch einer der deutlichsten Unterschiede zwischen den Geschlechtern: 55 Prozent aller Frauen hegen hier große Befürchtungen, im Vergleich zu 45 Prozent der Männer. Hinzu kommt ein Alterseffekt: Erst ab einem Alter von 40 Jahren rückt das Thema Pflegefall stärker ins Bewusstsein und beschäftigt zumindest mehr als jeden zweiten Deutschen. Eine Sonderfrage der Ängste-Studie 2012 deckt auf, dass das Thema Pflege oftmals komplett verdrängt wird: Noch nicht einmal jeder vierte Deutsche (23 Prozent) rechnet damit, später einmal einen Angehörigen pflegen zu müssen. „Viele Menschen verschließen die Augen vor der Pflegeproblematik, bis die Realität sie einholt“, kommentiert Rita Jakli: „Von den rund 2,4 Millionen Pflegefällen in Deutschland werden rund 70 Prozent ambulant betreut und sind auf die Unterstützung ihrer Angehörigen angewiesen. Und dieser Trend wird sich weiter verschärfen.“

Foto: Angst vor dem Alter, aber keine Vorsorge (Quelle: vvw)

Link: Angst-Ranging von 1995 bis 2012 (PDF)

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