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US-Gouverneur bricht Lanze für EU-Versicherungsindustrie

28.05.2015 – dirk_kempthorne“Versicherungsunternehmen sind keine Banken. Diese Industrie ist Teil der Lösung und nicht das Problem selbst, das durch die internationale Finanzkrise verursacht wurde“, sagte Gouverneur Dirk Kempthorne in seiner Rede auf der Internationalen Konferenz des europäischen Branchenverbandes Insurance Europe am Mittwoch in Luxemburg. Solvency II dürfe daher den Versicherern in Europa nicht eins zu eins übergestülpt werden.

Damit traf der Vorstandsvorsitzende des American Council of Life Insurers (ACLI) die Grundposition der europäischen Assekuranz und war sich des Applaus der rund 400 versammelten Vertreter von Versicherern, Wissenschaft, EU-Kommission, Europäisches Parlament und Aufsichtsbehörden sicher.

“Das Ergebnis 15jähriger Bemühungen, Solvency II den besonderen Rahmenbedingungen der Versicherer anzupassen ist nicht wirklich gelungen und bietet keinen konsistenten Rahmen für die Zukunft“, zog Henri de Castries, Vorstandsvorsitzender von Axa Frankreich eine kritische Bilanz der Arbeit der Brüsseler EU-Kommission vor allem in den letzten fünf Jahren. Professor Karel Van Hulle von der Katholischen Universität Löwen und der Frankfurter Goethe-Universität zog sich den Schuh als Moderator der Kongresseröffnungsdiskussion nicht an. Bis zu seiner Pensionierung in 2013 war er am Reformwerk Solvency II als Referatsleiter für Versicherung und Renten in der EU-Kommission.

Bei der Bewertung von Solvency II müsse die Frage beantwortete werden, inwieweit die angestrengte europäische Regulierung Innovation in der Finanzdienstleistungsbranche und vor allem in der Versicherungsindustrie behindere, legte Inga Beale, Vorstandsvorsitzende von Lloyd`s in London, als Messlatte für eine abschließende Bewertung an. Entscheidend sei, dass Wachstumschancen, des sich immer stärker im internationalen Geschäft bewegenden Versicherungsgeschäfts, nicht verbaut würden.

Besorgt äußerte sich der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Felix Hufeld, dass im Sog der Regulierung Geschäftsmodelle beschädigt werden könnten. “Die Leidtragenden einer derartigen Entwicklung sind vor allem die mittleren und kleinen Versicherungsunternehmen”. Man freue sich “dass wir jetzt wirklich im Endspurt sind und dass es am 1. Januar 2016 losgeht,” sagte Bafin-Präsident Hufeld im Gespräch mit VWheute.

Es spiele keine Rolle, zu diesem Zeitpunkt alles schon bis zum letzten Punkt und Komma im Griff zu haben. Dies wäre bei einer Jahrhundertreform – wie Solvency II sie darstelle – auch erstaunlich. “Entscheidend ist, dass wir mit maximaler Kraftanstrengung versuchen über die Hürden zu kommen und möglichst schnell den erforderlichen level an compliance erreichen. Da bin ich zuversichtlich, dass dies gelingt”. (taf)

Bild: Dirk Kempthorne (Quelle: Wikipedia)

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