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Umlage allein leistet keine Alterssicherung

16.04.2014 – Der in den vergangenen Jahren gefundene Mix aus Beitragssatzanhebungen, einer von Mindestsicherungsniveau begrenzt gleitenden Senkung des Rentenniveaus, einer ausgeweiteten steuerlichen Kofinanzierung und einem Ausbau der betrieblichen und privaten Vorsorge gewährleistet eine Verteilung der Lasten der Alterung, die von der Politik als ausgewogen angesehen wurde.

„Ich wünschte, auf der rentenpolitischen Agenda der Bundesregierung gäbe es mehr zukunftsweisende Elemente für die jüngere Generation. Dies gilt insbesondere mit Blick auf die demografische Entwicklung und die fehlende kapitalgedeckte Vorsorge. Denn gerade die jüngere Generation, die über höhere Beitragssätze und Steuern belastet wird, ist von Altersarmut bedroht, wenn ergänzende Vorsorge unterbleibt“, sagte GDV-Präsident Alexander Erdland zum Thema.

Das aktuelle Gutachten des Handelsblatt Research Instituts und von Prognos zeigt aber: An diesem Befund ändern auch die aktuell niedrigen Zinsen nichts. Die Niedrigzinsphase ist zwar für die kapitalgedeckte Altersvorsorge eine besondere Herausforderung.  Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, ist eine Mischung aus Kapitaldeckung und Umlageverfahren bei der langfristigen Rendite und Stabilität einem reinen Umlagesystem wie einem rein kapitalgedeckten System überlegen.

Alterssicherung

Grafik: Das HRI und Prognos wollen zeigen, wie wichtig das Drei-Säulen-System zur Finanzierung der Altersversorgung ist (Klicken zum Vergrößern)

Das Gutachten zeigt, dass das Renditepotenzial der kapitalgedeckten Altersversorgung höher liegen kann als die Rendite des Umlagesystems. Zwar gehen die Kapitalrenditen in Deutschland im Zeitverlauf im Zuge eines langfristig insgesamt abflachenden Wirtschaftswachstums zurück. Andere Industrieländer wie Großbritannien oder große Schwellenländer, die langfristig geringeren demografischen Schwierigkeiten ausgesetzt sind als Deutschland, bieten jedoch (auch) in Zukunft noch ein höheres Renditepotenzial. Dabei können Anlagen in diesen Ländern auch mittelbar durch auf diesen Märkten aktive deutsche Unternehmen getätigt werden. Demografische Lasten können nicht „wegreformiert“, sondern immer nur verteilt werden. Eine das Umlageverfahren ergänzende kapitalgedeckte Schicht verbreitert die Finanzierungsbasis der Altersversorgung um nationale und internationale Kapitaleinkommen und lässt eine insgesamt höhere Beitragsrendite erwarten als ein rein umlagefinanziertes System.

Weitere zentrale Ergebnisse der Studie: Diese höhere gesamtwirtschaftliche Kapitalrendite gilt es für die Anbieter von Altersvorsorgeprodukten anzuzapfen. Es ist allerdings auch klar, dass aus den ermittelten gesamtwirtschaftlichen Kapitalrenditen keine unmittelbaren Rückschlüsse auf mögliche Renditen für deutsche Lebensversicherer gezogen werden können. Denn diese dürfen das Geld ihrer Kunden nicht frei investieren: Ihre Kapitalanlage zielt nicht auf eine maximale Rendite, sondern auf Stetigkeit und Berechenbarkeit – und Sicherheit kostet Rendite.

Für einen Ausbau der kapitalgedeckten Alterssicherungssysteme in Deutschland spricht auch, dass mehr als 30 Prozent des nationalen Volkseinkommens in Deutschland aus Kapitaleinkommen stammen, während der Anteil der kapitalgedeckten Alterseinkommen nur bei etwa 17 Prozent liegt.

Entwicklung des Sicherungsniveaus

Grafik: Trotz steigender Beiträge sinkt das Sicherungsniveau mit Mütterrente und Rente mit 63 (Klicken zum Vergrößern)

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