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Überraschung gelungen: Wagnisentscheidung bei der Allianz?

06.10.2014 – Allianz_LGDie Entscheidung für Oliver Bäte wird übereinstimmend als überraschend gewertet. Maßgebliche Medien trauen dem designierten Konzernchef einiges zu. In den Wochen vor der Allianz-Aufsichtsratsentscheidung hatte die Einschätzung, dass Michael Diekmann Vorstandsvorsitzender bleiben würde, mehr und mehr Zustimmung gefunden und war fast schon als Faktum medial transportiert worden.

Zwar wurde Bäte von Diekmann zur Allianz geholt, dennoch waren sich die Kommentatoren noch am Tag vor der Entscheidung einig, dass es keinen Kronprinzen gebe. Ähnlich, wie eine mögliche Vertragsverlängerung Diekmanns im Vorfeld positiv kommentiert wurde, wird nun die Entscheidung für Bäte als interne Lösung vielfach begrüßt, da er die Herausforderungen der Allianz kenne und in den letzten Jahren gute Arbeit abgeliefert habe. Doch mischen sich auch kritische Töne in die Berichterstattung. Gerade weil mit Bäte der Nachfolger aus dem Unternehmen komme, hätte man den Wechsel schon früher bekannt geben können, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Allianz_Diekmann_Baete

Die Welt am Sonntag berichtet ausführlich über den Werdegang von Oliver Bäte bei der Allianz. Die Entscheidung sei für viele Beobachter nicht in fachlicher Hinsicht, sondern mit Blick auf die Person überraschend gewesen. Bäte habe sich nach seinem Wechsel von McKinsey zur Allianz angepasst, aber auch nicht völlig, denn er stehe mehr für Dynamik und hohe Ansprüche als für Traditionen. Bäte sei kein echtes Allianz-Gewächs, so der Münchener Merkur. Aber er habe sich das Vorlaute abgewöhnt, meint die Süddeutsche Zeitung.

Die Berufung von Bäte ist vielleicht ein Wagnis, aber ein gut kalkuliertes. Eine andere Entscheidung wäre bequemer gewesen, urteilt Die Welt. Doch, so die Analyse weiter, könne der Allianz ein Lenker gut tun, der neue Wege geht, da sich die Branche in mancherlei Hinsicht ändere. Diekmann wird für seine Rolle in den letzten Jahren gelobt und ihm wird zugetraut, dass er in seiner verbleibenden Zeit bis Mai 2015 noch einige Baustellen erledigt.

Bäte übernehme dann die Allianz in einem viel besseren Zustand als Diekmann dies 2003 getan habe, so die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Allerdings müsse er womöglich mit sehr viel größeren Veränderungen in der Branche fertig werden und vor allem das Geschäftsmodell der Allianz in die digitale Welt hinüberretten. Denn der Modernisierungsprozess, so die Süddeutsche Zeitung, sei bei Weitem nicht abgeschlossen. (mh)

Foto: Michael Diekmann (l.) und Oliver Bäte. (Quelle: Allianz)

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