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Swiss Re verzeichnet Rückgang von Katastrophenschäden

12.08.2015 – Klimawandel_Kurt Michel_pixelioDer Klimawandel steht nach wie vor ganz oben auf der Tagesordnung der globalen Versicherer. Im März hatten Allianz, Munich Re, Axa und Generali anlässlich der UN-Weltkonferenz die Politik aufgefordert, dem Klimawandel beherzter zu begegnen. Die gestern vorgelegten Zahlen der Swiss Re für das erste Halbjahr lassen allerdings zumindest bei der Zahl der Schadensfälle einen spürbaren Rückgang verzeichnen.

So verursachten die Naturkatastrophen im ersten Halbjahr 2015 einen gesamtwirtschaftlichen Schaden von 37 Mrd. US-Dollar. Zum Vergleich: im Vorjahreszeitraum (2014) schätzten die Experten von Swiss Re den Schaden auf etwa 59 Mrd. US-Dollar. Im ersten Halbjahr 2013 hatten sich die Schäden nach damaligen Schätzungen noch auf 56 Mrd. US-Dollar belaufen. Sie dürften aber deutlich höher gewesen sein.

Nach Zahlen der Swiss-Re-Ökonomen deckt die globale Versicherungswirtschaft im ersten Halbjahr dieses Jahres rund 45 Prozent aller Schäden ab. Dieser Wert liegt über dem Zehn-Jahres-Durchschnitt von 27 Prozent. In absoluten Zahlen waren das 16,5 Mrd. US-Dollar, ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr, in dem sie rund 23,6 Mrd. US-Dollar bezahlt hatten.

Viel gravierendere Ausschläge verzeichneten die Experten der Swiss Re bei den Opferzahlen. So forderten die Natur- und Man-Made-Katastrophen allein im ersten Halbjahr diesen Jahres rund 18.000 Menschenleben. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2014 waren lediglich 4.800 Todesopfer zu beklagen gewesen, im ersten Halbjahr 2013 waren es 7.000.

Unterschiede im Zwei-Jahres-Vergleich verzeichneten die Experten der Swiss Re bei der Art der Naturkatastrophen und den regionalen Schwerpunkten. Allein bei den Erdbeben in Nepal verloren etwa 9.000 Menschen ihr Leben. Eine Hitzewelle auf dem indischen Subkontinent im Mai und Juni forderte Tausende Menschenleben: darunter über 2.500 in Indien und 1.500 in Pakistan.

Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2014 wurden die USA und Japan von extremen Winterstürmen heimgesucht. Allein in den östlichen und südlichen US-Bundesstaaten richtete eine ausgedehnte Kältewelle einen versicherten Gesamtschaden von 1,7 Mrd. US-Dollar an. Im Mai und Juni 2014 verursachten zudem Hagel und Gewitter in den USA einen versicherten Schaden von 2,6 Mrd. US-Dollar. In Westeuropa sorgte Sturmtief Ela in Deutschland, Frankreich und Belgien an Gebäuden und Autos einen versicherten Schaden von 2,5 Mrd. US-Dollar.

Wiederholt zu kämpfen hatten die globalen Versicherer im Jahr 2014 mit Überschwemmungen in verschiedenen Regionen der Welt. In Osteuropa und auf dem Balkan entstand ein ökonomischer Schaden von rund 4,5 Mrd. US-Dollar. Ein Jahr zuvor hatten massive Überschwemmungen in Zentral- und Osteuropa einen volkswirtschaftlichen Schaden von 18 Mrd. US-Dollar verursacht. Die Flutkatastrophe in Thailand führte im ersten Halbjahr 2013 zu einem Rekordschaden von mehr als 16 Mrd. US-Dollar.

Für die Experten der Swiss Re scheint jedenfalls klar: die wirtschaftliche Entwicklung, das Bevölkerungswachtum und der Klimawandel führen dazu, dass die ökonomischen Auswirkungen der Naturkatastrophen zunehmen. Da die Versicherungsdurchdringung allerdings nicht im gleichen Maße wächst, werden die Deckungslücken wohl noch zunehmen. (vwh/td)

Bildquelle: Kurt Michel / pixelio.de

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