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SVV: “Initiative mit Augenmaß umsetzen”

11.02.2014 – fahne-schweiz-150Nach Annahme der SVP-Initiative zur Begrenzung der Masseneinwanderung durch den Souverän befürchtet der Schweizerische Versicherungsverband (SVV) in einer ersten Stellungnahme mittelfristig einen Fachkräftemangel für die Branche. Schon jetzt seien 1.200 Stellen unbesetzt. Der SVV erwartet, dass der Bundesrat “die Initiative mit Augenmaß umsetzt”.

Auf Anfrage der VW-heute-Redaktion gab der Schweizerische Versicherungsverband folgende Stellungnahme ab:

VW-heute: Wie wurde der Entscheid in der schweizerischen Versicherungsbranche aufgenommen?

SVV: Mit der Annahme der Initiative gegen die Masseneinwanderung erteilt das Schweizer Stimmvolk der Personenfreizügigkeit eine Absage und gefährdet die bilateralen Verträge mit der EU. Der Schweizerische Versicherungsverband SVV nimmt diesen Entscheid überrascht zur Kenntnis. Der offene Arbeitsmarkt und die Wirtschaftsbeziehungen mit der EU im Rahmen der Bilateralen haben dazu beigetragen, dass die Schweiz gut durch die Weltwirtschaftskrise der letzten Jahre gekommen ist. Die Umsetzung der Initiative gefährdet diese Pfeiler unseres Wohlstandes. Das kann sich ungünstig auf die Versicherungswirtschaft auswirken, da sie parallel zur Entwicklung des Wohlstandes prosperiert. Wir erwarten vom Bundesrat jetzt, dass er die Initiative mit Augenmaß umsetzt.

VW-heute: Welche Konsequenzen sind für den schweizerischen Arbeitsmarkt zu erwarten, wenn schon jetzt in der Versicherungsbranche zahlreiche Stellen unbesetzt bleiben?

SVV: Die Verfügbarkeit von hochqualifizierten Fachkräften ist für Versicherungsunternehmen einer der Hauptgründe, sich in der Schweiz niederzulassen. Die Wiedereinführung von Kontingenten, um die Einwanderung zu regeln, ist ein Rückschritt und wirkt sich auf die Standortattraktivität des Versicherungsplatzes Schweiz aus.

VW-heute: Welche Konsequenzen erwarten Sie für die Schweizer Versicherungsbranche auf dem europäischen Markt?

SVV: Die Versicherungsbranche erwartet für die Zukunft einen Fachkräftemangel und hat bereits jetzt mehr als 1.200 offene Stellen zu besetzen. Davon sind rund die Hälfte Stellen für Spezialisten. Die Schweizer Versicherungsindustrie ist dringend darauf angewiesen, Arbeitskräfte auf dem internationalen Arbeitsmarkt rekrutieren zu können.

VW-heute: Wie geht es jetzt weiter, welche Maßnahmen werden diskutiert oder vorbereitet?

SVV: Die Schweizer Versicherungsbranche erwartet keine unmittelbaren Konsequenzen für ihre Situation im europäischen Markt. Die Schweizer Versicherer sind nur bedingt im grenzüberschreitenden Geschäft mit der EU tätig und jeweils über Tochtergesellschaften sowie Niederlassungen vor Ort. Die Annahme der Initiative gegen die Masseneinwanderung dürfte allerdings die Mobilität der Arbeitskräfte zwischen der Schweiz und der EU innerhalb der einzelnen Versicherungsgruppen einschränken.

Die Fragen beantwortete Sabine Alder, Sprecherin des Schweizerischen Versicherungsverbandes (SVV), exklusiv für VW-heute. (ak)

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