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Strukturvertriebe kämpfen um ihre Zukunft

04.02.2014 – OVB-Chef Michael Rentmeister wehrt sich gegen eine Begrenzung der Abschlusskosten. „Die Diskussion um dieses Thema halte ich für falsch, denn sie lenkt von den eigentlichen Problemen ab: den niedrigen Zinsen und der Tatsache, dass Versicherungen Kundengelder schon immer unterschiedlich erfolgreich angelegt haben“, sagt Rentmeister in einem Interview mit der Zeitschrift Versicherungsvertrieb.

Die großen Strukturvertriebe leben vor allem von den Provisionen in der Lebensversicherung. Deshalb kommt die Diskussion über eine Deckelung einer Kriegserklärung an die Großvertriebe gleich. Das Geschäft mit Lebensversicherungen läuft ohnehin schon schleppend. „Die von ganz wenigen Versicherungsgesellschaften diskutierte Kürzung der Provisionen würde den Kunden ca. 0,2 Prozent mehr Rendite bringen“, argumentiert Rentmeister. Ob die verbesserte Rendite dann auch dem Kunden zugute komme, das bleibt seiner Meinung nach offen. „Die Vertriebe werden hier für Probleme verantwortlich gemacht, die einige Produktgeber an ganz anderer Stelle haben.“

Tatsächlich befinden sich die Strukturvertriebe nach ihrem märchenhaften Aufstieg in den 1970er Jahren in einer tiefen Existenzkrise. Das liegt an der immer schärferen Regulierung der Versicherungsvermittlung. „Die Versicherer und nicht zuletzt der Gesetzgeber haben Basisqualifizierungen durchgesetzt, durch die das Reservoir an zunächst ungelernten Nachwuchskräften nicht mehr ohne Weiteres zur Verfügung steht“, schreibt FH-Professor Matthias Beenken. Eine Reduzierung der Lebensversicherungs-Provisionen würde die Großvertriebe noch weiter unter Druck setzen. In der Zeitschrift Versicherungswirtschaft haben die PWC-Berater Hendrik C. Jahn und Sebastian Tiedemann vorgerechnet, dass Strukturvertriebe dadurch 60 Prozent ihres Geschäfts verlieren.

Aufgeschreckt durch eine Reihe von Skandalen versuchen die Versicherer, die Vertriebe mit Technokraten an der Spitze in die neue Welt des Versicherungsvertriebs zu hieven. Es fragt sich, ob die Vermittler diesen Schritt mitgehen. Kommt ein Strukturvertrieb ohne rauschhafte Gemeinschaftserlebnisse aus? DVAG-Chef Reinfried Pohl spürt ein Unbehagen vor der Bürokratisierung und macht weiter. Der Vertrag des 85-jährigen DVAG-Gründers läuft bis 2015. (ba)

Links: IM BLICK, Versicherungsvertrieb

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