Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Wird der Fahrer auf der Straße zum Störfaktor?

14.10.2015 – Klinke_DekraMit der Vision vom autonomen Fahren steht die Mobilität vor einem weiteren Innovationsschub. “Auf dem Weg dorthin sind allerdings noch viele Fragen offen. Vor allem sind zahlreiche rechtliche Hürden zu nehmen”, erklärt Dekra-Vorstand Clemens Klinke. Die Herausforderung besteht darin, andere Verkehrsteilnehmer sowie die gesamte Verkehrssituation zu erfassen und richtig zu reagieren.

So müssten Gegenmaßnahmen eines selbstfahrenden Fahrzeugs angemessen und verhältnismäßig sein. “Sie dürfen nicht neue, womöglich noch größere Risiken heraufbeschwören als die ursprüngliche Konfliktsituation“, gibt Clemens Klinke zu bedenken. Dies sei auch deshalb so wichtig, weil die Entwicklung zum automatisierten Fahren eine lange Übergangsphase brauchen werde. “Wir werden auf unseren Straßen einerseits Fahrzeuge mit einem immer höheren Grad der Automatisierung haben, während andererseits nach wie vor viele Fahrzeuge über solche Systeme noch nicht verfügen. Das Thema Kompatibilität wird hier eine große Rolle spielen.” Angesichts der zunehmenden Automatisierung der Fahrzeuge werde auch die Prüfung elektronischer Systeme im Rahmen der Hauptuntersuchung immer wichtiger. “Die HU muss nach den technischen Anforderungen ständig weiterentwickelt werden. Das gilt im Übrigen auch für eine praxisnahe Prüfung des Abgasverhaltens“, so Klinke.

Der Dekra-Verkehrssicherheitsreport 2015 stellt weitere Detailfragen: Verlernt der Mensch im autonom fahrenden Fahrzeug mit der Zeit wichtige Fähigkeiten zum sicheren Autofahren? Kann er in der Übergangzeit mit unterschiedlich automatisierten und teilautonomen Fahrzeugen rasch und sicher genug die Fahraufgaben wieder übernehmen, wenn er notfalls mal selbst eingreifen muss? Der Faktor Mensch und die so genannte “Mensch-Maschine-Schnittstelle” rücken in den Fokus.

Damit das Ziel der Halbierung der Zahl der Verkehrstoten bis 2020 erreicht wird, sollen laut Dekra besonders die Risikogruppen wie junge Fahrer, Senioren, Motorradfahrer, Raser und betäubte Fahrer angesprochen werden. Einheitliche Verkehrsregeln und die Förderung verantwortungsvoller Fahrweise könnten ebenso dazu beitragen. Gerade auch im Hinblick auf autonomes Fahren sollte auch die technische Prüfung weiterentwickelt werden.

Die Zahl der Verkehrstoten in den Ländern der heutigen Europäischen Union ist zwischen 1991 und 2013 um fast zwei Drittel gesunken. Im vergangenen Jahr hat die positive Entwicklung allerdings einen Dämpfer erhalten: Die gezählten rund 25.700 Getöteten bedeuten einen Rückgang von nur rund 1,2 Prozent gegenüber 2013. Damit ist das von der EU-Kommission formulierte Ziel, die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 gegenüber 2010 noch einmal zu halbieren – auf weniger als 16.000 – stark in Gefahr.

Bild: Dekra-Vorstand Clemens Klinke (Quelle: Dekra)

Link: Dekra Verkehrssicherheitsreport 2015

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten