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Stärkung der bAV für die Altersvorsorge notwendig

23.09.2013 – Die jetzt gewählte Bundesregierung muss noch mehr tun, um die Altersvorsorge der Menschen zu sichern. Ein Weg ist der Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge. Vorbild sind europäische Nachbarländer wie die Schweiz, in der eine Verpflichtung der Arbeitnehmer zur betrieblichen Altersvorsorge besteht.

Die Finanzierbarkeit des deutschen Rentensystems wird nach eine Markteinschätzung von Fidelity Worldwide Investment unterschätzt. Der Vermögensverwalter zog jetzt Bilanz über eine Konferenz zum Thema Zukunftssicherung der Altersvorsorge. Institutionelle Investoren und Wissenschaftler diskutierten Lösungen und Perspektiven. Die vorangegangenen Rentenreformen wie das Altersvermögensergänzungsgesetz und das Rentenversicherungs-Nachhaltigkeitsgesetz hätten zur Folge, dass „das Leistungsniveau der gesetzlichen Rentenversicherung bis 2030 von derzeit bestenfalls knapp 60 Prozent des letzten Nettoeinkommens auf nur noch 43 Prozent sinkt – und das bei nahezu unverändertem Rentenbeitrag und wahrscheinlich höherem Renteneintrittsalter”. Es sei völlig unklar, wie die nach 2030 voraussichtlich weitere Absenkung der Renten kompensiert werden soll.

Nach einer aktuelle Studie der Ruhr-Universität Bochum im Auftrag von Fidelity Worldwide Investment beträgt schon heute die Rentenlücke eines Standardrentners bei lückenloser Erwerbsbiographie 650 Euro pro Monat. Das sind 350 Euro mehr als bislang angenommen. Im internationalen Vergleich führe die betriebliche Altersvorsorge in Deutschland ein „Schattendasein”. Bundesweit kommen nur fünf Prozent der gesamten Altersbezüge aus diesem Bereich – weitere fünf Prozent aus privater Vorsorge und der Rest aus der gesetzlichen Rent. In den Niederlanden resultieren ein Drittel der Altersbezüge aus der bAV. In Dänemark sind es 17 Prozent.

Wie groß die betriebliche Altersversorgung in den europäischen Nachbarländern geschrieben wird, zeigt auch der Blick in die Schweiz und nach Großbritannien. Bei den Eidgenossen besteht eine Verpflichtung der Arbeitnehmer zur betrieblichen Altersversorgung. Die Briten haben vor gut einem Jahr eine abgemilderte Form eingeführt. Die Arbeitnehmer stecken automatisch einen Teil ihres Gehaltes per Entgeltumwandlung in die betriebliche Altersvorsorge. Sie können aber auch von einem Ausstiegsrecht Gebrauch machen. Fidelity verweist auch auf das positive Beispiel der chemischen Industrie. Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter einigten sich 2008 auf einen Tarifvertrag zur bAV. Die Durchschnittsquote der bAV liegt dort jetzt bei 60 Prozent.

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