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Standort Sachsen-Anhalt: Landestypische Besonderheiten

09.03.2016 – dom_magdeburg_pixelioAm kommenden Sonntag wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Dabei wird das ostdeutsche Bundesland mit dem Nationalpark Harz, den UNESCO-Weltkulturerbestätten Bauhaus Weimar und Dessau-Wörlitzer Gartenreich oder der Lutherstadt Wittenberg verbunden. Doch auch die Versicherungs- und Versichertenlandschaft in Sachsen-Anhalt hat einige interessante Besonderheiten zu bieten.

Mit der öffentlichen Feuerversicherung Sachsen-Anhalt und der öffentlichen Lebensversicherung Sachsen-Anhalt haben nur zwei von bundesweit 385 Versicherern in Sachsen-Anhalt ihren Sitz. Die Beitragseinnahmen der beiden Versicherer belaufen sich auf zusammen 236 Mio. Euro im Jahr 2015. Von Versicherern mit Sitz in Sachsen-Anhalt wird damit laut dem statistischen Jahrbuch der Versicherungswirtschaft 2015 weniger als ein Promille des bundesweiten Beitragsaufkommens vereinnahmt. Immerhin steht Sachsen-Anhalt damit aber nach Sachsen auf dem zweiten Platz der vier Flächenländer im Osten Deutschlands. In der Versicherungswirtschaft insgesamt, also einschließlich selbständiger Vermittler, waren in Sachsen-Anhalt im Jahr 2014 ca. 10.000 Menschen beschäftigt. Das sind etwa zwei Prozent der bundesweit im Versicherungssektor Beschäftigten.

Bei den Schadensfällen ist Sachsen-Anhalt im Bereich Brandschäden auffällig. Der Generali-Risikoatlas zeigt, dass Sachsen-Anhalt bundesweit das Land mit den meisten Brandschäden, nämlich 3,5 pro Jahr pro 100 Versicherten, ist. Bei existenzbedrohenden Schäden an Häusern und Wohnungen hingegen gehört Sachsen-Anhalt mit 0,16 Schadenfällen pro Jahr und 100 Versicherten zu den am wenigsten betroffenen Ländern. Bei den Gesamtschäden an Haus oder Wohnung rangiert Sachsen-Anhalt bundesweit im Mittelfeld: Nahezu jeder dritte Haushalt hat innerhalb von zehn Jahren einen Versicherungsfall zu melden.

Auch mit Blick auf die Risiken in der Krankenversicherung ergeben sich für Sachsen-Anhalt einige berichtenswerte Daten. Eine Studie aus dem Kompetenznetz Diabetes mellitus des Bundesministeriums für Bildung und Forschung stellte im Raum Halle die bundesweit höchste Zahl von Neuerkrankungen an Typ-2-Diabetes fest. Ein zugrundeliegender Risikofaktor ist Adipositas. Die Menschen in den neuen Bundesländern sind häufiger adipös, wobei Sachsen-Anhalt mit 28,3 Prozent die Statistik anführt.

Oft wird das Risiko einer Diabetes-Erkrankung auch im Zusammenhang mit strukturellen Faktoren wie Arbeitslosigkeit und geringem Einkommen gesehen. Diese Faktoren sind für Sachsen-Anhalt erfüllt. Die Arbeitslosenquote in Sachsen-Anhalt ist unter allen Bundesländern am dritthöchsten. Der Creditreform SchuldnerAltlas 2015 zeigt, dass Sachsen-Anhalt mit einem Wert von 12,59 Prozent das Flächenland mit dem höchsten Anteil an überschuldeten Personen an der Gesamtbevölkerung ist. Der Axa Themenfokus “Finanzielle Flexibilität im Ruhestand” deutet auch in diese Richtung. In keinem anderen Bundesland sagen so wenige Menschen, dass sie immer genug Geld aus der Rente oder anderen Einkünften zur Seite gelegt hätten, um zeitweise höheren Geldbedarf im Ruhestand auszugleichen. (mh)

Link: MDR-Spezial zur Landtagswahl 2016 in Sachsen-Anhalt

Bild: Der Dom der Landeshauptstadt Magdeburg. (Quelle: luise / pixelio.de)

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