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Sportversicherungen: Ein riskantes Spiel

02.06.2014 – Infortunio sportivoDer Vorbereitungsgrad der Nationalmannschaft war bis zu einem gewissen Grad gestern beim Länderspiel gegen Kamerun abzulesen. Wie die einzelnen Spieler indes auf ein mögliches Aus vorbereitet sind, wird nicht nur bei vorzeitigem Ausscheiden aus einem großen Turnier ersichtlich. Schwere Verletzungen können die meist kurzen Karrieren schnell beenden.

Wer sich hier vorbereitet zeigt, hat mitunter eine Invaliditäts- oder Unfallversicherung abgeschlossen. Statistiken zufolge wird allein Christiano Ronaldo rund anderthalb Mal pro Partie von den Beinen geholt. In einer äußerst erfolgreichen Saison ohne verletzungsbedingte Ausfälle, mit 38 Liga-, elf Pokal- und 13 Champions League-Einsätzen, muss der „Königliche“ wettbewerbsübergreifend etwa 90 Foulspiele über sich ergehen lassen. Bei einer durchschnittlichen Karrieredauer von zehn bis 15 Jahren käme der Spieler nach dieser Gleichung auf insgesamt 900 bis 1.400 Attacken gegen sein physisches Wohlergehen. Die eine, die alles ändert, sollte dabei versichert sein.

„Das größte Risiko eines Fußballprofis ist das verletzungsbedingte Karriereaus“, sagt Christian Schmeckmann, Consultant des Finanzdienstleisters MLP und Betreuer des Versorgungswerks des Deutschen Fußballbundes (DFB) sowie der Vereinigung für Vertragsfußballspieler (VdV). „Spieler, die im Rahmen von Invaliditäts- oder Unfallversicherungen durch gezielt kalkulierte Tarife gegen spezifische Risiken abgesichert sind, können zumindest finanzielle Ausfälle kompensieren und sich besser auf das Leben nach der Karriere einstellen.“

Die rein mathematische Wahrscheinlichkeit eines professionellen Kickers, während einer Saison mit einschneidenden Folgen außer Gefecht gesetzt zu werden, ist im schadenträchtigen Fußballsport enorm. Strategisch agieren die Gesellschaften im Segment der Spielerversicherung deshalb mit Zurückhaltung. Für die Marktplayer stellt der Schutz von Profisportlern ein Glückspiel mit hohem Einsatz dar: Risiken sind kaum zu modellieren, Deckungssummen hoch und Körperteile der Akteure teuer. Sollte sich Cristiano Ronaldo etwa so schwer verletzen, dass er nie wieder als aktiver Sportler auf dem grünen Rasen auflaufen kann, müsste der Makler Willis Affinity rund 206 Mio. Euro an ihn auszahlen.

Auf eine allgemeingültige Formel über die Höhe der Prämie können die Unternehmen nicht zurückgreifen. „Normalerweise variiert der Wert von hohen einstelligen bis zu mittleren zweistelligen Prozentanteilen der Versicherungssumme“, erklärt Henning Helwig, Sales Director beim Versicherungsmakler Caninenberg & Schouten, der auf Sportversicherungen spezialisiert ist. (mst)

Lesen Sie den ganzen Artikel mit Informationen zur Spielerversicherung der Fifa in der aktuellen Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft (Heft 6/14). Darüber hinaus findet sich dort ein Special rund um die Fußball-WM mit weiteren Beiträgen zum Versicherungsmarkt des WM-Gastgebers Brasilien und einer Reportage unseres Korrespondenten Philip Thomas, wie die mächtige Fifa versichert ist.

Foto: Hält sich ein Fußball-Profi an einem versicherten Körperteil, leidet sein Versicherer zumindest kurzfristig mit. (Quelle: fotolia/massimhokuto)

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