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Sparziele nur noch mit Risiko erreichbar

20.05.2015 – claus_mischler_standardlifeSeit kurzem bietet der britische Lebensversicherer Standard Life in Deutschland keine Garantie-Produkte mehr an. Man sei “der festen Überzeugung”, dass die Kunden ihre Sparziele nur unter Inkaufnahme von Risiken erreichen können, sagt Claus Mischler, Leiter der Produktentwicklung und Mitglied der Geschäftsführung in Deutschland, im Exklusiv-Interview mit VWheute.

VWheute: Seitdem Ihr Haus aus dem With Profits-Geschäft ausgestiegen ist, gibt es bei Standard Life keine Garantie-Produkte mehr auf dem deutschen Markt. Wie machen Sie das den Vermittlern am Markt deutlich?

Claus Mischler: Wir haben in den vergangenen Wochen sehr intensiv mit unseren Vertriebspartnern über die Entscheidung gesprochen und ihnen die Gründe für die Entscheidung erläutert. Standard Life steht traditionell schon immer für die renditeorientierte Anlage, weil wir der festen Überzeugung sind, dass die Kunden nur mit einer ausreichend hohen Rendite ihre Sparziele erreichen und ihre Vorsorgelücke schließen können.

Unter den veränderten Kapitalmarktbedingungen und der heutigen Zinssituation sind wir zu der Entscheidung gekommen, dass für den Neukunden ein Garantieprodukt kein befriedigendes Ergebnis mehr erzielen kann. Daher war die Entscheidung auch unter Kundengesichtspunkten konsequent. Die überwiegende Mehrheit unserer Vermittler konnte die Gründe für die Entscheidung nachvollziehen.

VWheute: Planen Sie eine Umsteigeaktion für Altkunden?

Claus Mischler: Aus unserer Sicht ist eine Umsteigeaktion für Altkunden nicht notwendig. Die Kunden können ganz sicher sein, dass wir die With Profit-Fonds mit der gewohnten Sorgfalt und Anlageexpertise verwalten werden, wie dies bisher der Fall war.

VWheute: Sie setzen nun auf gemanagte Fonds. Was ist hier das Besondere bei Standard Life?

Claus Mischler: Grundsätzlich glauben wir, dass aktiv gemanagte Fonds mit geringen Schwankungsbreiten und einer stabilen Performance die richtige Lösung für den Kunden sind. Wir verfügen mit Standard Life Investments über ein eigenes Investmenthaus, das sich mit innovativen Multi-Asset-Lösungen wie GARS oder den MyFolio-Fonds einen Namen gemacht hat – nicht zuletzt, weil diese Fonds in den vergangenen Jahren mit einer breit gestreuten Kapitalanlage attraktive Renditen erzielt haben, ohne dabei allzu große Schwankungen in Kauf zu nehmen.

VWheute: Wie ist die Reduction-in-Yield, wenn der Fonds beispielsweise um vier oder sechs Prozent performt?

Claus Mischler: Dies hängt natürlich immer von individuellen Komponenten wie der Produkt- oder Fondsauswahl ab. Investiert ein Kunde beispielsweise 50.000 Euro vollständig in den Fonds “MyFolio Defensiv” und wählt unser Einmalbeitragsprodukt “ParkAllee” sowie eine Vertragslaufzeit von 25 Jahren, liegt die Reduction in Yield bei 1,15 Prozent, wenn der Fonds mit vier Prozent performt, bei einer sechsprozentigen Wertentwicklung beträgt die Renditeminderung 1,14 Prozent.

Die Fragen stellte der VWheute-Korrespondent Uwe Schmidt-Kasparek.

Bild: Claus Mischler, Leiter der Produktentwicklung und Mitglied der Geschäftsführung von Standard Life Deutschland (Quelle: Standard Life)

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