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Spartenübergreifende Steuerung der Naturgefahrenexponierung

19.09.2014 – ten_EickenDas Piraterie-Problem am Horn von Afrika und in Nigeria ist keineswegs gelöst, sagt HDI-Gerling Vorstand Joachim ten Eicken im Interview mit VWheute. Außerdem geht er auf den Zukunftsmarkt Offshore und die Verfassung der Rückversicherungsmärkte ein. “Wir müssen zwingend zwischen der Piraterie in Somalia und Nigeria unterscheiden”, entgegnet er der Frage von Korrespondent Philipp Thomas:

“Sowohl die Ausgangslage als auch die Bedrohung sind in beiden Fällen sehr unterschiedlich. Der massive Einsatz von Sicherheitskräften an Bord wie auch die internationale Kooperation im Bereich der Eindämmung des Piraterierisikos am Horn von Afrika hat zu einer Absenkung der Zahl erfolgreich durchgeführter Angriffe geführt. Die Anzahl der versuchten Übergriffe ist aber nach wie vor alarmierend hoch. Im Bereich Westafrika hat die Bedrohungslage unserer Analyse nach sogar weiter zugenommen. Hier sind wir weit von einer Lösung entfernt.”

VWheute: In welcher Verfassung befinden sich die Rückversicherungsmärkte, speziell bei Transport-Deckungen? Sehen Sie bei der Transport-Rückversicherung auch in Zukunft Risikoverbriefungen, die im Cat-Property-Markt bereits für erhebliche Substitutionseffekte sorgen?

Joachim ten Eicken: Grundsätzlich sehen wir diese Effekte im Bereich Transport genauso, wie wir sie im Bereich Cat-Property oder Engineering sehen. Es gibt keinen logischen Unterschied zwischen einem Hurrikan, der eine Chemieanlage zerstört, und demselben Hurrikan, der zwei Kilometer weiter landeinwärts ein Lagerhaus zerstört. Aus diesem Grunde haben wir bei HDI-Gerling ein System zur Erfassung und Steuerung der Naturgefahrenexponierung über alle Sparten aufgebaut, welches im Kontext von Emerging Risks vor allem in unseren strategischen Wachstumsregionen mehr und mehr an operativer Bedeutung gewinnt.

Wie groß ist das HDI-Transport-Geschäftsvolumen? Wo befinden sich die HDI-Gerling Schwerpunkte in der Transportbranche? Gibt es Bereiche, die Sie gerne ausbauen würden, etwa Fine-Arts, Offshore oder Species?

Das Volumen im Bereich HDI-Gerling Transport beläuft sich zurzeit auf ca. 450 Mio. Euro. Einen Schwerpunkt bildet hierbei neben den Bereichen Seekasko, dem Commodity-Geschäft und der Verkehrshaftung traditionell der Bereich Ware (Marine Cargo). Da sich aber die Struktur der Wirtschaft kontinuierlich ändert, können auch wir als Führungsversicherer nur dann bestehen, wenn
wir proaktiv die Bedürfnisse unserer Kunden antizipieren. HDI-Gerling tritt als Führungsversicherer vor allem für europäische Großkonzerne auf, die ausnahmslos die Globalisierung erfolgreich als Treiber gestalten.

Diesem Anspruch werden wir nur gerecht, wenn wir deren Strategien als Partner mit umsetzen. Das bedeutet z.B., wenn die Industrie im Offshore-Markt im Rahmen des Energiewandels wächst, dass wir das entsprechende Know-How in diesem Bereich aufbauen. Somit stehen wir dann als Risikoträger in diesem Bereich zur Verfügung. Nischenmärkte wie Fine-Arts oder „Species“ sehen wir weniger als Zukunftsmärkte.

Lesen Sie die Ausführungen ten Eickens zu den ungeschriebenen Grenzen zwischen Transportversicherern un den P&I-Clubs und weiteren Themen im aktuellen Versicherungswirtschaft-Special Value-Vom Wert der Mobilität.

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