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Spannungsfelder 2050: Globale Verunsicherung und Rückzug ins Private

23.04.2015 – Zukunft_Andrea Damm_pixelioSchweizer Versicherungswissenschaftler konstatieren einen wachsenden Zustand der globalen Verunsicherung. Substanzielle Veränderungen der realen und virtuellen Umwelt sind in vollem Gange. Neun Megatrends vom Cocooning über Selbstverwaltung bis hin zur Identitätsjagd sollen die Gesellschaft des Jahres 2050 ausmachen.

Durch die die Krise von Finanz- und Wirtschaftssystemen habe die Unsicherheitswahrnehmung einen neuen Höhepunkt erreicht. Wohin die Reise gehen soll, hat das Institut für Versicherungswirtschaft St. Gallen anhand von neun Megatrends für das Jahr 2050 identifiziert. Die Analyse von Strukturen und Prozessen hat folgende Charakteristika ergeben, die eine Gesellschaft in 35 Jahren ausmachen sollen:

1. Zentralisierung
In den Netzwerken kommt es zur Herausbildung von Zentren. Diese verfügen über Macht und kontrollieren den Zugang zu Ressourcen wie Wissen.

2. Sicherheit
Die Möglichkeit der Gefahr ist wichtiger als die tatsächliche Gefahr. Terrorismus, Naturkatastrophen, Internet – der Bedarf an Sicherheitsleistungen nimmt zu. In einer vernetzten Welt sind die Systeme leicht angreifbar.

3. Vernetzung
Der Mensch definiert sich über seine freiwillig gewählten Netzwerke. Das Netzwerk ist die dominierende Metapher des neuen Jahrtausends.

4. Knappheiten
Die Ressourcen der Erde sind endlich. Es kommt zu Kämpfen unter der immer noch wachsenden Bevölkerung um die knappen Güter.

5. Demographischer Wandel
Die Menschen werden immer älter und es werden immer weniger Kinder geboren. Dies erfordert eine Umdeutung des Alters. Migration verändert das Gesellschaftsbild.

6. Selbstverwaltung

Die Bewegung der Selbstverwaltung umfasst alle Kräfte, die sich gegen Zentralisierung wehren. Verlangt werden Verlangsamung und De-Ökonomisierung. Ort und Zeit gewinnen an Bedeutung.

Spannungsfelder und Megatrends

(Klicken zum Vergrößern) Grafik: Was macht die Gesellschaft der Zukunft aus? (Quelle: Uni St. Gallen)

7. Identitätsjagd
Das Individuum setzt sich in die Mitte der Lebensgestaltung. Konsum ist das zentrale Mittel, um sich gegenüber anderen zu inszenieren. Das Leben wird zur endlosen Arbeit an der eigenen Identität.

8. Cocooning
Individuum zu sein strengt an. Deshalb ziehen sich einige Leute in ihr Nest – ihr Kokon – zurück. Das Bedürfnis nach Geborgenheit stärkt traditionelle Institutionen wie Familie und Religion.

9. Wissensgesellschaft

Wissen ist die zentrale Tauschmaterie und der überragende Produktionsfaktor unserer Organisationen. Wissensmanagement wird zur wettbewerbsentscheidenden Managementaufgabe. (vwh/ku)

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