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Spanische Regierung präsentiert Steuerreformpläne

24.07.2014 – spain_sxcVon VWheute-Korrespondent Rolf Engelhardt.

In Spanien soll zum 01.01.2015 eine Steuerreform in Kraft treten. Die Regierung hat gerade ihre Pläne vorgelegt und damit die Assekuranz enttäuscht. Langfristige Altersvorsorgeprodukte verlieren an Attraktivität und mittelfristige Sparinstrumente werden gefördert. Der Versichererverband Unespa fordert Nachbesserungen im Rahmen des parlamentarischen Gesetzgebungsverfahrens.

„Es muss mehr zur Stärkung der langfristigen Altersvorsorge getan werden“, sagt der spanische Versichererverband Unespa. Es ist die Antwort auf den gerade vorgelegten Entwurf einer Steuerreform der spanischen Regierung, die ab 01.01.2015 in Kraft treten soll. Die Pläne des Finanzministers Cristóbal Montoro kommen den Versicherern kaum entgegen. Die Stoßrichtung der Steuerreform konzentriert sich vor allem auf Maßnahmen, die den Bürgern bei kurz- und mittelfristiger Betrachtung Erleichterungen bringen.

Eine wesentliche Neuerung für Sparer ist die stärkere progressive Besteuerung bei hohen Kapitalerträgen. Bis zu einer Höhe von 6.000 Euro wird der Steuersatz in 2015 dann 20 Prozent betragen und in 2016 auf 19 Prozent sinken. Im sich anschließenden Bereich von 6.000 Euro bis 50.000 Euro beläuft sich der Steuersatz auf 22 Prozent in 2015 und 21 Prozent in 2016. Bei hohen Kapitalerträgen von über 50.000 Euro soll ab 2015 ein Steuersatz von 24 Prozent angewendet werden, in 2016 sinkt er dann auf 23 Prozent.

Geschwächt wurden die Finanzinstrumente für die langfristige Altersvorsorge. Bei den Pensionsplänen und dem entsprechenden Assekuranzprodukt „Plan de Previsión Asegurado“ (PPA) werden künftig nur noch 8.000 Euro jährlich steuerlich abzugsfähig sein. Bislang konnten jährlich bis zu 10.000 Euro steuerlich abgesetzt werden. Dieses Limit erhöhte sich bei den über 50-Jährigen auf 12.500 Euro. Neben der Absenkung auf 8.000 Euro soll dabei auch das erhöhte Limit für Kunden mit einem Alter von über 50 Jahren gestrichen werden.

Verhalten positiv aufgenommen hat die Assekuranz die Einführung eines neuen Sparprodukts, dem so genannten „Planes Ahorro 5“. Bei einer Haltezeit von mindestens fünf Jahren sind die erzielten Kapitalerträge steuerfrei. Eine weitere Voraussetzung ist eine garantierte Kapitalrückzahlung von mindestens 85 Prozent. Die „Planes Ahorro 5“ können sowohl als Banksparplan, als auch über ein Versicherungsprodukt angeboten werden.

Die Struktur dieses neuen Vorsorgeinstruments „Planes Ahorro 5“ kommt sehr stark dem bestehenden Sparverhalten der spanischen Bevölkerung entgegen, eher mittel- als langfristig zu sparen. Ziel der Regierung ist es, die „Planes Ahorro 5“ als Ergänzung zu den bestehenden langfristigen Vorsorgeinstrumenten zu etablieren. Die Gefahr ist jedoch, dass sie damit kein Ergänzungsprodukt, sondern ein attraktives Instrument als Konkurrenz für das langfristige Vorsorgen geschaffen hat.

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