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Solvency II – Position des GDV zur Einigung

15.11.2013 – Das Europäische Parlament, der Europäische Rat und die Europäische Kommission hatten sich am Mittwoch dieser Woche auf die Details der sogenannten Omnibus II-Richtlinie geeinigt. Diese konkretisiert wichtige Punkte von Solcency II.

Unstimmigkeiten gab es bislang bei der Frage, wie Unternehmen künftig mit Marktverwerfungen umgehen sollen. Die Branche hatte bislang die Befürchtung, dass die Zins- und Aktienmarktschwankungen – gerade bei langfristigen Verbindlichkeiten – hohe Eigenkapitalschwankungen auslösen könnten. Das neue Regelwerk erlaubt nun Abweichungen von dieser Lösung.

Offen war bisher, wann die Versicherer den Langfristzins – aktuell 4,2 Prozent – für die Bewertung ihrer Rückstellungen anwenden sollen. Am Kapitalmarkt lassen sich über die sogenannte Zinsstrukturkurve nur die Erwartungen der Investoren für die nächsten 20 Jahre ablesen. Deshalb müssen die Versicherer Annahmen treffen. Nach den bisherigen Plänen der europäischen Versicherungsaufsicht sollten sich Unternehmen ab dem Jahr 20 am Langfristzins orientieren, und sich diesem erst innerhalb von weiteren 40 Jahren schrittweise annähern. Die deutschen Lebensversicherer lehnten diesen Vorschlag ab. Denn, je später sie den Langfristzins in voller Höhe ansetzen dürfen, desto höhere Rückstellungen müssen sie bilden. Der GDV konnte sich allerdings mit seinem Vorschlag nicht durchsetzen, die Zinsstrukturkurve innerhalb von zehn Jahren an den Langfristzins anzupassen.

Auch der Wechsel in das neue System Solcency II war ein Diskussionspunkt. Bei langfristigen Garantien sollte bislang eine Übergangsfrist von sieben Jahren gelten. Diesen Zeitraum erachtete der GDV allerdings für zu kurz. Vereinbart wurde jetzt eine Übergangfrist von 16 Jahren.

Der Verband macht sich zudem für geringere Eigenkapitalanforderungen bei Investitionen in erneuerbare Energien stark. Noch stellt das Regelwerk Investitionen in Energie- und Verkehrsprojekte hochspekulativen Anlagen wie Hedgefonds gleich. Beide Anlageformen sollen mit bis zu 59 Prozent Eigenmitteln unterlegt werden. Der GDV fordert hier eine eigene Anlageklasse. Darüber wird auf Level II verhandelt. (ki)

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