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Solvency II – Was die Chefs alles können müssen

13.11.2014 – generali_syndicus_wolf_vw_2014Von Dr. Martin Wolf, stv. Chefsyndicus/Compliance Officer bei der Generali Deutschland Holding, Köln.

Im Herbst vergangenen Jahres hat die Eiopa im Anschluss an das Konsultationsverfahren ihre Leitlinien zur Vorbereitung auf Solvency II veröffentlicht. Mit den Leitlinien zum System of Governance werden neue Organisationsanforderungen für Versicherungsunternehmen erhoben, damit sie schon heute beginnen, ihre Organisation auf die Mindestforderungen aus Solvency II vorzubereiten.

Die folgenden Darlegungen konzentrieren sich auf die Bereiche der Geschäftsorganisationsanforderungen der Leitlinien elf bis 14 betreffend die „Fachliche Qualifikation und persönliche Zuverlässigkeit“.

Entsprechend der Richtlinie normiert Leitlinie elf für Leitungsorgane und Inhaber von Schlüsselfunktionen Anforderungen an die fachliche Qualifikation, wobei das Anforderungsprofil anhand der den Adressaten jeweils zugewiesenen Aufgaben zu bemessen ist. Ziel der Regelung ist, eine angemessene Vielfalt von fachlichen Qualifikationen, Kenntnissen und Erfahrungen und dadurch eine professionelle Unternehmensführung sicherzustellen.

Die Leitlinie spezifiziert weiter hinsichtlich des Gremiums, dass das Leitungsorgan kollektiv als Mindestvoraussetzung angemessene Qualifikationen, Erfahrungen und Kenntnisse aufweisen soll in den Bereichen: Versicherungs- und Finanzmärkte, Geschäftsstrategie und -modell, Governance-System, Finanzanalyse und versicherungsmathematische Analyse sowie regulatorischer Rahmen und regulatorische Anforderungen.

Leitlinie zwölf definiert die Anforderungen an die persönliche Zuverlässigkeit. Die Beurteilung der persönlichen Zuverlässigkeit soll eine Bewertung der Redlichkeit und finanziellen Solidität der betreffenden Person ebenso erfassen wie alle Anhaltspunkte zu Charakter, Verhalten und Geschäftsgebaren, einschließlich strafrechtlicher, finanzieller und aufsichtsrechtlicher Aspekte.

Leitlinie dreizehn fordert von den Versicherungsunternehmen eine Beschreibung des Verfahrens zur Beurteilung der fachlichen Eignung und Zuverlässigkeit von Geschäftsführern und Inhabern von Schlüsselfunktionen. Die Prozessbeschreibung soll sowohl das Vorgehen bei der Stellenbesetzung als auch die Sicherung der Eignungsanforderungen im weiteren Verlauf umfassen.

Gemäß Leitlinie 14 Abs. 1 sind bei einer Auslagerung von Schlüsselfunktionen die für die Ausführung der ausgelagerten Funktionen beim Dienstleister beschäftigten Personen den aufsichtsrechtlichen Qualifikationsanforderungen zu unterwerfen. (vwh/ak)

Die ausführliche Darstellung der Leitlinien und deren juristische Bedeutung ist in der aktuellen Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft (Heft 11/2014) erschienen.

Bild: Dr. Martin Wolf, stv. Chefsyndicus/Compliance Officer bei der Generali Deutschland Holding. (Quelle: Generali)

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