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Sicherheitsfragen: Wohin mit dem Vermögen, wenn es an Zinsen fehlt?

17.02.2015 – Tresor_Meyhome_pixelioNicht nur Versicherer fragen sich angesichts der niedrigen Zinsen, wo sie mit Ihrem Kapital noch hin sollen. Das Vertrauen der Bürger in die Banken hat in der Finanzkrise gelitten. Viele bringen also – angesichts geringer oder nicht existenter Zinsen – ihre Wertsachen nicht in die Institute, sondern überlegen sich mehr oder weniger sichere Verstecke zu Hause – ein Fest für Diebe. 115 Mrd. Euro an privaten Schätzen lagern so (Stand 2013) und warten nur darauf von Einbrechern gehoben zu werden.

Aktuelle Erhebungen dürften für 2014 eine noch weit höhere Summe offenbaren, immerhin hat sich die Zinslage eher verschärft und staatliche Abkommen zum Austausch von Anlegerdaten wurden geschlossen. Dazu kommt, dass Schmuck und andere Wertgegenstände nicht in der Statistik mitgeführt werden.

Wer nun sein wertvolles Gut so lagern will, dass die Versicherung im Fall eines Raubes bezahlt, braucht einen Tresor- einen, der ein bestimmtes Mindestgewicht aufweist und im Gebäude fest verankert ist. Experten rechnen hier vor: rund 2.500 Euro werden fällig für einen VdS-zertifizierten Panzerschrank inklusive Einbau und baulicher Veränderungen. In verschiedenen Sicherheitsstufen gibt es die Panzerschränke nach DIN EN 1143-1 (siehe UNTERNEHMEN).

Eine Alternative ist ein Bankschließfach. Das gibt es in der Regel für unter 100 Euro im Jahr, hat aber einen entscheidenden Nachteil: Schmuck und Bargeld sind nicht direkt greifbar. Viele Bürger zerbrechen sich daher den Kopf und verstecken ihre Wertgegenstände, wo sie nur vermeintlich sicher sind. Die Initiative für Einbruchschutz kennt die Plätze der Hitliste genau (siehe MÄRKTE).

Deren Vorsitzender, Helmut Rieche, sagte jüngst in der Welt: „Wenn Einbrecher erst einmal drin sind – dafür benötigt man zwischen zwei und drei Minuten – ist alles möglich.“ Er warnt vor den typischen Verstecken, die auch bei den Einbrechern beliebt sind:

  • Finger weg von der Schaufel. Wer sein Geld im Garten vergräbt, kann es gleich zur Bank bringen. Und: wer beim Schaufeln beobachtet wird, schafft sich ein Sicherheitsrisiko.
  • Immer noch beliebt, auch wenn Holz im Zuge der Energiepreise wieder beliebter wird: Der Kamin. Hier sind schon kleine Vermögen sprichwörtlich verraucht, warnen die Experten.
  • Keksdose, Mehlbox, Kochtöpfe gehören zum Standard-Suchprogramm. Die Küche wird meist direkt nach dem Schafzimmer angesteuert. In zwei Minuten sind hier sämtliche Schubladen geöffnet und Behälter ausgeschüttet.
  • Eine Schreibtisch-Schublade, die sich abschließen lässt, lädt direkt zur Recherche ein. Dazu braucht es nur einen etwas robusteren Schraubenzieher und schon bricht das Holz.
  • Bücherattrappen finden erfahrene Panzerknacker umgehend. Im Zweifel wird ein ganzes Regal umgekippt, um die Tarnung des Verstecks auffliegen zu lassen.
  • Wer echte Scheine ins Monopoly-Spiel mischt, braucht sich nicht zu wundern, wenn seitens der Kinder keine Beschwerden mehr zum Taschengeld zu hören sind.

Helmut Rieche indes hat einen Tipp parat, der etwas aus der Mode gekommen zu sein scheint: Offenbar nehmen sich weder Einbrecher noch Hausbesitzer die Zeit, an die Füllung von Matratzen und Kissen zu denken. Doch auch hier schränkt er ein: allzu sichere Verstecke wie doppelte Böden oder Wertsachen im Gefrierschrank können dazu führen, dass selbst potenzielle Erben nicht an ihr Geld kommen. Derart stille Einlagen sind dann garantiert totes Kapital. (vwh/ku)

Bildquelle: Meyhome/pixelio

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