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Selbstfahrendes Auto – Wer macht das Rennen?

12.01.2016 – audi_autonom_usDas erste selbstfahrende Auto weltweit könnte in Deutschland zugelassen werden. Voraussetzung ist, dass Deutschland schnell genug die rechtlichen Rahmenbedingungen schafft. Andernfalls könnte die USA den Zuschlag bekommen. Das ist das Fazit einer Veranstaltung der Audi AG anlässlich der ersten asiatischen Consumer Electronics Show (CES) 2015 in Shanghai.

Audi möchte das sogenannte “pilotierte Fahren” bereits in zwei Jahren zur Serienreife bringen. In vielen anderen Staaten weltweit gelten die Verkehrs- und Umweltverhältnisse als problematisch. Das zeigte auch der Shanghai-Test von Audi. Kurzfristig musst “selbstfahrende A7″ die Kontrolle an den Fahrer zurückgeben: Der Wagen konnte einen Teil der Autobahn nicht identifizieren. Daher geht Audi davon aus, dass das erste autonome Auto in einem Land mit einer besonders geordneten Verkehrsumgebung – wie eben in Deutschland oder den USA – zuerst in den Einsatz kommt.

Aktuell zu CES 2016 in Las Vegas hat die USA scheinbar wieder die Nase voraus. So erhielt die neue Mercedes-Benz E Klasse eine Testlizenz für autonomes Fahren im US-Bundesstaat Nevada. Solche Lizenzen besitzt der US-amerikanische Hersteller Ford bereits für mehrere US-Bundesstaaten. Nun will der Autobauer seine autonome Testflotte von zehn auf 30 Fahrzeuge aufstocken. Druck gibt es zudem von außerhalb der klassischen Kfz-Industrie. So lässt Google bereits ein Hightech-Kleinwagen, in dem Menschen nur noch Passagiere sind, über Kaliforniens Straßen rollen.

Die meisten Experten gehen aber davon aus, dass echte selbstfahrende Autos sich nicht vor 2020 verwirklichen lassen. Beim autonomen Fahren muss der Datenrecorder ständig alle Bewegungen und Funktionen des Fahrzeuges aufzeichnen. Nur so könne der Hersteller im Schadenfall dokumentieren, dass er seine Verantwortung richtig ausgeübt habe. Ansprüche aus der Produkthaftung, die gilt, wenn der Fahrer als Verantwortlicher ausscheidet, könnten nach der Empfehlung des 53. Verkehrsgerichtstages (VGT) 2015 in Goslar nur durchgesetzt werden, wenn Fahrer alle Daten beweissicher dokumentieren könne. Die technische Innovation sollte nach Meinung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zudem den Opferschutz nicht gefährden.

“Der umfassende Schutz des Unfallopfers muss auch in einer veränderten Haftungssituation bei Unfällen mit automatisierten Kraftfahrzeugen gelten“, betont der Verband. Daher sollten die Kfz-Haftpflichtversicherer für den Autofahrer künftig weiterhin als eindeutiger Ansprechpartner fungieren, der die Schäden Dritter reguliert. Es soll also auf jeden Fall beim Direktanspruch der Unfallopfer bleiben. “Geschädigte müssen sich beispielsweise bei Produktmängeln nicht auf andere mögliche Schadensverursacher verweisen lassen, um ihre Ansprüche geltend zu machen”, heißt es beim GDV. Somit könnten die Kfz-Haftpflichtversicherer im Nachgang prüfen, ob ein Regress beim Kfz-Hersteller wegen Systemversagens möglich ist. Tendenziell dürfte dann die private Kfz-Autoversicherung günstiger werden. Wer keinen Schaden persönlich zu verantworten hat, der dürfte keinen Schadenfreiheitsrabatt verlieren. (usk)

Bild: Selbstfahrender Audi A7 in Shanghai (Quelle: usk)

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