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Schutz vor Blackout ist möglich

28.08.2013 – nasdaq-saalEs war ein Schock für die Börse und alle Marktteilnehmer in Amerika und der Welt: Der dreistündige Blackout an der Nasdaq, der größten elektronischen Börse in den USA. Einen “Herzstillstand an der Wallstreet” diagnostizierte das Nachrichtenmagazin Der Spiegel, einen “Blackout des Kapitalismus” sah gar die Tageszeitung Die Welt. Zwar läuft jetzt alles wieder wie gewohnt, doch nun streiten die Börsenbetreiber Nyse und Nsdaq über die Gründe. Die US-Börsenaufsicht fordert genaue Informationen zur Panne. Stellt sich nur noch die Frage nach der Versicherbarkeit solcher Schadenereignisse.

War es nur ein Softwarefehler oder doch eine Hacker-Attacke aus dem Iran, ein Stromausfall oder ein Bedienungsfehler? Ursachen gibt es viele und deren genaue Identifikation würde auch die Frage nach der passenden Versicherungspolice klären helfen. Allerdings, so Katrin Rüter vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), eine Versicherung gegen den Ausfall des Internets gebe es nicht. Die Chancen, bei einem Stromausfall den Netzbetreiber haftbar zu machen, liegen praktisch bei null. Der muss dafür nur geradestehen, wenn er vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hat. Bei höherer Gewalt wie Blitzeinschläge sind Ansprüche in der Regel ausgeschlossen. Dazu passt auch die Reaktion von Nasdaq-Chef Robert Greifeld: Der Börsenchef erklärte, dass er keine Schadensersatzforderungen fürchte. Die Nasdaq sei als Betreiber zwar für ein stabiles Handelssystem verantwortlich, sagte Greifeld dem US- Fernsehsender CNBC. Der Umgang mit der dreistündigen Zwangspause biete aber keinen Anlass für Haftungsansprüche. Kein Anleger habe aus dem Handelsstopp einen Vorteil ziehen können. „Alle waren zur selben Zeit im selben Boot.“ Die Nasdaq habe sofort reagiert und sich ausreichend Zeit gelassen, um den Handel wiederaufzunehmen. Inzwischen sei der Fehler behoben.

Da es in den USA allerdings insgesamt 13 Börsen und mehr als 50 außerbörsliche Handelsplattformen gibt, hatten amerikanische Anleger ausreichende Ausweichmöglichkeiten. „In Europa und auch in Deutschland wäre eine so lange Unterbrechung problematischer, weil es weniger Wettbewerb gibt“, sagte ein Sprecher der Deutschen Börse.

Einen gewissen Schutz bieten die jüngst angebotenen Policen der Allianz gegen Cyber-Attacken: Blackout Risiken durch Software-Fehler, wie höchstwahrscheinlich auch beim Nasdaq-Ausfall oder durch gezielte Angriffe von aussen werden von der vor kurzem vorgestellten Police Cyber-Protect abgedeckt. Solche Ereignisse können zu Betriebsunterbrechnungen und Haftungsansprüchen führen. Die genaue Reichweite variiert von Kunde zu Kunde aufgrund des modularen Produktcharakters. Über die Module Protect Premium und Premium Plus läßt sich die Versicherung im Dialog von Kunde und Vermittler weiter individuell anpassen, so die Allianz auf die Anfrage von VWheute.

Betriebsunterbrechungen durch Cyber-Risiken werden bei AON zumindest angeboten. Betriebsunterbrechungsschäden können hier über eine Cyber-Versicherung versichert werden. Ob und in welchem Umfang dies jedoch auch für Börsen möglich ist, ist jedoch unklar.

Einen sehr umfassenden Schutz bietet Zurich Nordamerika mit der E-Business Insurance, allerdings ist auch hier nicht klar ersichtlich, ob Börsen versicherbar sind. Wenngleich ein Stromausfall auch ein Resultat eines Cyperangriffs sein kann, kann es für einen Ausfall viele Ursachen geben. Daher lässt sich die spezifische Gefahr sowohl über eine entsprechende Cyberversicherung als auch über eine andere Gewerbeversicherung gegen einen Ausfall und potentielle Folgen absichern. Zu klärende Fragen bei der Vereinbarung eines geeigneten Versicherungsverhältnisses sind regelmässig auch die Vorsorgemassnahmen und Backup-Systeme wie eine geeignete Notstromversorgung oder Pufferspeicher, antwortet die ZIG auf die Frage: Wie können sich Börsen ihrerseits gegen solche Blackout-Ausfälle versichern? Zurich selbst verfügt nach eigenen Angaben über entsprechende Prozesse und Sicherheitssysteme zum Schutz vor Stromausfällen, ohne zu konkretisieren wie diese aussehen, was aber auch eine Frage der inneren Sicherheit ist.

Mit Sorge muss man vor dem Hintergrund der sogenannten Energiewende auf die Versorgungslage in Deutschland blicken. Zwar versichert die Bundesnetzagentur, ein Blackout ist nicht wahrscheinlich, aber Garantien wird dort wohl kaum jemand übernehmen.

Foto: Wer ist schuld am Stromausfall der Nasdaq? (Quelle:vvw)

Link: Streit über Blackout-Schuld

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