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Schlüssel gegen Investitionsstau liegt in privaten Partnerschaften

06.02.2015 – marcel_fratzscher_uskDie schlechte Infrastruktur wird zu einem immer größeren Hindernis für private Investitionen, beklagt Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Im Interview mit VWheute plädiert er für eine Kooperation zwischen den Kommunen und privaten Investoren. Private Partnerschaften seien in Deutschland notwendig und effektiv.

VWheute: Sehr geehrter Herr Prof. Fratzscher, Sie haben die Lösung um den fatalen Investitionsstau in Deutschland zu beenden?

Marcel Fratzscher: Tatsächlich wird eine schlechte Infrastruktur in Deutschland immer mehr zum Hindernis privater Investitionen. Die Verkehrswege, das digitale Kommunikationsnetz und die Bildung in Deutschland leiden immer stärker darunter, dass viele Kommunen schon ihre unbedingt notwendigen Instandhaltungen aufgrund von finanziellen Engpässen nicht mehr durchführen. Die geschätzte Finanzierungslücke der Gemeinden wird auf 110 Milliarden Euro geschätzt, auch wenn diese Zahlen sicherlich recht ungenau sind.

VWheute: Können Sie die Lösung kurz skizzieren?

Marcel Fratzscher: Wir arbeiten in der unabhängigen Expertenkommission zur „Stärkung von Investitionen in Deutschland“, die das Bundeswirtschaftsministerium ins Leben gerufen hat, an möglichen Lösungen. Es ist jedoch zu früh hier über Lösungen oder Lösungsansätze zu sprechen. Unser Bericht soll Ende April erscheinen. Wichtig ist uns in der Kommission alle Optionen zu berücksichtigen, mit dem Ziel die öffentliche Infrastruktur in Deutschland deutlich zu verbessern. Eine offene Frage ist, wie Kommunen Hilfe angeboten werden kann, wichtige und wirtschaftlich sinnvolle Projekte zu realisieren. Und die Frage ist auch, ob und wie private Unternehmen, Expertise und Finanzierung dazu genutzt werden können und sollen.

VWheute: Sind solche kommunale Investitionsfonds für Versicherer interessant?

Marcel Fratzscher: Prinzipiell könnten solche Projekte sicherlich auch attraktiv für Versicherer und andere Investoren sein. Es geht bei solchen Partnerschaften jedoch immer um drei Dimensionen: Effizienz, Risiken und Finanzierung. Attraktive Renditen erfordern prinzipiell auch Risiken zu übernehmen und Effizienzgewinne. Dies hängt natürlich immer vom Projekt ab.

Die Fragen stellte VWheute-Korrespondent Uwe Schmidt-Kasparek.

Bild: Marcel Fratzscher (Quelle: Uwe Schmidt-Kasparek)

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