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“Schlagwort des lebenslangen Lernens ist Realität”

09.12.2014 – peter_schimikowskiRund 33,5 Mrd. Euro haben die deutschen Unternehmen allein 2013 “IW-Weiterbildungserhebung 2014″ des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investiert – und damit so viel, wie nie zuvor. Peter Schimikowski vom Institut für Versicherungswesen (IVW) der Fachhochschule Köln erläutert im Interview mit VWheute die aktuellen Trends der beruflichen Weiterbildung in der Versicherungsbranche.

VWHeute: Welche Komponenten machen aus Ihrer Sicht für eine erfolgreiche branchenspezifische Weiterbildung wichtig?

Peter Schimikowski: Versicherungsprodukte sind Vertrauensprodukte, sie sind inhaltlich komplex und es besteht ein erhebliches Know-how-Gefälle zwischen dem Kunden und dem Versicherungsmitarbeiter. Diese Phänomene sind nur durch qualifizierte Beratung, qualifizierte Schadenbearbeitung, transparente und rechtssichere Produktgestaltung zu lösen, um Vertrauen durch Kompetenz und Seriosität zu schaffen. Hier die Handlungskompetenzen auf ein hohes Niveau zu bringen und zu halten, ist aus meiner Sicht die zentrale Aufgabe.

Warum bieten Sie einen neuen Masterstudiengang Versicherungsrecht an?

Es gibt zwei Gründe: Zum einen vereinen wir hier am Institut für Versicherungswesen in Köln viel versicherungsrechtliche Kompetenz, die Kollegen Maier, Günther und ich im allgemeinen Versicherungsvertragsrecht und in den Sparten, der Kollege Axer im Versicherungsunternehmensrecht. Wir verfügen alle über langjährige Praxis als Lehrende und sind auch mit der Versicherungspraxis vertraut. Der Kollege Günther ist darüber hinaus als beratend und forensisch tätiger Rechtsanwalt tätig, der Kollege Axer als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Zum anderen ist Weiterbildung und Qualifikation für in der Versicherungsbranche tätige Menschen wichtig, und zwar sowohl für die Verbesserung fachlicher Kompetenzen, wie auch für die berufliche Karriere. Unser Studiengang ist berufsbegleitend, wir wenden uns also gerade an Berufstätige, die weiterkommen wollen.

Wenn Sie Ihren neuen Masterstudiengang mit anderen Weiterbildungsangeboten vergleichen: wo sehen Sie derzeit die größten Stärken, aber auch Defizite in den Weiterbildungsangeboten für die Versicherungswirtschaft?

Es gibt bereits hervorragende Weiterbildungsangebote, die zu Einzelthemen den in der Versicherungsbranche tätigen Menschen Spezialwissen vermitteln, Produktinnovationen und neue Rechtsprechung kennen lernen lassen. Ein Masterstudiengang wie der unsere geht darüber hinaus: Die Studierenden sollen am Ende Handlungskompetenzen erworben haben, dass sie in der Lage sind, selbständig zu arbeiten und zu entscheiden – und das breit aufgestellt. Wir wollen ein Grundverständnis zu allen Funktionen des Versicherungsbetriebs vermitteln. In unserem Studiengang wird neben dem Allgemeinen Versicherungsvertragsrecht und dem Vermittlerrecht das Recht der einzelnen Sparten behandelt, dann widmen wir uns dem Thema Konfliktlösung – Versicherungsprozess und Mediation, dann der Prüfung und Gestaltung von Versicherungsbedingungen, zudem der Abbildung der operativen Prozesse in der Rechnungslegung und den grundsätzlichen Themen des Versicherungsunternehmensrechts.

Welche inhaltlichen und branchenspezifischen Trends sehen Sie in den kommenden Jahren für die berufliche Weiterbildung in der Versicherungsbranche?

Die hohe Spezialisierung, die Komplexität, die Internationalisierung und die Dynamik der Veränderungsprozesse erfordern nach meiner Einschätzung auch für einzelne Sparten regelrechte Lehrgänge während der Berufsausübung: Das Schlagwort des “lebenslangen, berufsbegleitenden Lernens” ist Realität. Hier sehe ich künftig verstärkten Bedarf für Lehrgänge, die mit einer Zertifizierung abgeschlossen werden. An der Konzeption und dem Angebot einzelner solcher Lehrgänge arbeiten wir derzeit am Institut für Versicherungswesen.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Tobias Daniel.

Bild: Peter Schimikowski (Quelle: privat)

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