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Schäden durch Matthew geringer als erwartet

10.10.2016 – 2016-10-09 18_52_03-84622132 - Windows-FotoanzeigeFür US-Versicherer ist “Matthew” der erste wirklich große Hurrikan-Schaden seit Jahren. Der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister CoreLogic beziffert die versicherten Schäden an amerikanischen Wohn- und Gewerbegebäuden auf etwa vier bis sechs Mrd. US-Dollar (3,6 bis 5,4 Mrd Euro). Die Schadensumme fällt damit deutlich geringer aus als bei den Stürmen “Katrina” und “Sandy”.

So hatte Hurrikan “Katrina” im Jahr 2005 den Angaben zufolge versicherte Gebäudeschäden von 35 bis 40 Mrd. Dollar angerichtet. Hurrikan “Sandy” kostete die Versicherungsbranche im Jahr 2012 in diesem Bereich etwa 15 bis 20 Mrd. Dollar.

Während die Kosten für die weltweiten Katastrophen im ersten Halbjahr dieses Jahres über dem mehrjährigen Durchschnitt liegen, sacken die Preise für Rückversicherung zunehmend in den Keller. Daran wird auch “Matthew” nichts ändern. “Wir können nicht voraussagen, wann es den nächsten Hurrikan oder Tornado gibt, oder wann das nächste Erdbeben kommt. Aber wir haben statistische Anhaltspunkte, wie oft gewisse Schadenfälle in der Vergangenheit aufgetreten sind. Dies hilft uns wiederum, unser Geschäft preislich so zu berechnen, dass wir dann auch Geld zur Verfügung haben, wenn etwas passiert, selbst wenn mehrere Großschäden zur gleichen Zeit stattfinden sollten. Wenn die Erderwärmung so weitergehen sollte, wie im Moment erwartet, wird es die Gefahr von Naturkatastrophen, vor allem in Schwellenländern, noch vergrößern”, sagt Jean-Jacques Henchoz, Vorstandschef Reinsurance EMEA der Swiss Re.

“Matthew” richtete an der Südostküste der USA schwere Schäden an, die befürchtete ganz schwere Katastrophe blieb aber aus. Mindestens zehn Menschen starben, wie der Sender CNN berichtete. US-Präsident Barack Obama verhängte den Notstand für Florida und South Carolina, damit können leichter Mittel aus Washington in die betroffenen Staaten fließen. Rund 4.500 Nationalgardisten standen bereit, um in den besonders hart getroffenen Gebieten Hilfe zu leisten.

Auch wenn der Hurrikan mittlerweile an Kraft verloren hat, wird er als einer der stärksten je gemessenen in die Geschichtsbücher eingehen. Auf seinem Weg gen Norden hatte der Hurrikan, zu damaligen Zeitpunkt mit der zweithöchsten Kategorie 4, besonders auf der Insel Hispaniola gewütet und vor allem das bitterarme Haiti getroffen. Die dortige Regierung hat eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. Zuvor hatte der Zivilschutz mitgeteilt, in dem schweren Wirbelsturm seien 336 Menschen ums Leben gekommen. Das Auswärtige Amt in Berlin gab 600.000 Euro als Soforthilfe frei.

Nach Berechnungen des National Hurricane Centers (NHC) wird “Matthew” in den kommenden Tagen wieder zurück aufs Meer ziehen und dabei weiter an Stärke verlieren. Derzeit bewegt er sich mit einer Geschwindigkeit von 27 Kilometern in der Stunde nordostwärts die Küste entlang, soll aber in der Nacht auf Montag nach Osten in Richtung Atlantik abdrehen. (vwh/dg)

Bild: Zerstörte Straßen an der Küste Floridas (Quelle: dpa)

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