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Sachsen: In vielen Stürmen erprobt

29.08.2014 – Messe_Davis Schrapel_pixelio Von Markus Rosenbaum, Geschäftsführer der Versicherungsforen Leipzig

Am 31. August wird der Landtag in Sachsen gewählt – ein Bundesland, das auf den ersten Blick nicht unbedingt als zentral für die Versicherungswirtschaft erscheint. Wer jedoch genauer hinschaut, entdeckt zwei interessante Aspekte: Zum einen die geografische Lage und die damit verbundenen klimatischen Gegebenheiten, zum anderen die wirtschaftliche Entwicklung.

Das Hochwasser im Sommer 2013 verursachte bundesweit Schäden in Höhe von 1,8 Mrd. Euro. Etwa die Hälfte der Schadenleistungen, rund 900 Mio. Euro, wurde dabei allein in Sachsen ausgezahlt. Insbesondere die anhaltenden Regenfälle und die daraus resultierenden Pegelhochstände der Elbe und der Mulde verursachten massive Schäden im Freistaat. Das Schadenausmaß hat auch auf dem politischen Parkett die Stimmen nach einer Pflichtversicherung lauter werden lassen.

Der amtierende Ministerpräsident Sachsens, Stanislaw Tillich, hat sich in der Vergangenheit bereits für eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden ausgesprochen. Denn obwohl der Anteil der Häuser, die gegen Elementarschäden versichert sind, mit 44 Prozent deutlich höher liegt als der bundesweite Durchschnitt (35 Prozent), müsse noch immer über die Hälfte der Hausbesitzer im Schadenfall selbst zahlen. Gemeinsam mit dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat sich der Freistaat daher als Pilot für Zürs public, einem Informationssystem zur Hochwasserrisikokalkulation, zur Verfügung gestellt, um das Bewusstsein der Menschen für die Risiken von Naturereignissen zu schärfen und Präventionsmaßnahmen aktiv zu forcieren.

Ein Umstand, der im Hinblick auf Sachsen vor allem die Industrieversicherer interessieren dürfte, ist die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Obwohl es um die Wirtschaft der neuen Bundesländer nach dem Ende der DDR im Vergleich zum Westen Deutschlands deutlich schlechter bestellt war, hat Sachsen sich bis heute wieder in eine gute Position bringen können. Die bereits vorhandene Konzentration von Forschungseinrichtungen und Hochschulen war dabei natürlich hilfreich. Laut der Vereinigung für Sächsische Wirtschaft (VSW) profitiert der Freistaat zudem von hoher Verlässlichkeit und geringer Willkür staatlicher Instanzen. Ansiedelungen, wie die Autowerke von BMW, Porsche und VW in Leipzig und Zwickau, die Halbleiterindustrie um Dresden, aber auch ein relativ stabiler Klein- und Mittelstand sind die Folge.

Angesichts der mehr als 2.900 meist mittelständischen Betriebe im Freistaat spricht der VSW sogar von einer „Reindustrialisierung“ Sachsens – entgegen dem internationalen Trend. Diese Entwicklung und das damit verbundene Potenzial dürften auch für die Assekuranz nicht ganz unbedeutend sein.

Foto: Messe Leipzig (Quelle: Davis Schrapel/ pixelio)

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