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Rürup gegen Riester – welche Rente ist sicher?

06.09.2016 – demografieforum_akMegathema Demografischer Wandel: Zur 143. Jahreshauptversammlung des Vereins für Socialpolitik (VfS) hatten die Veranstalter das Thema Migration und Demografischer Wandel in den Fokus genommen. Unter der Leitung von DIW-Präsident Marcel Fratzscher, diskutierten Bert Rürup, Rentenexperte und ehemaliger Wirtschaftsweiser, sowie der frühere Bundesarbeitsminister Walter Riester über neue Ansätze.

Demographische Veränderungen zählen zu den wichtigsten Einflussfaktoren für die künftige wirtschaftliche Entwicklung, auch und vor allem in den Industriestaaten. Neben der Alterung der Gesellschaft sind die zurückgehenden Geburtenraten, der steigende Migrationsdruck, aber auch Veränderungen in der Verteilung von Vermögen, Einkommen und Wohlstand die zentralen Herausforderungen, denen sich vor allem die entwickelten Volkswirtschaften in der Zukunft stellen müssen.

Dies haben Walter Riester und Bert Rürup immer wieder getan, ihre Namen sind mittlerweile sogar zum Programm geworden: Riester und Rürup, Namensgeber zweier Modelle zur weiteren privaten Absicherung im Alter. Mit Spannung wurden daher ihre Ausführungen zur Rentenproblematik im Zeichen des Demografischen Wandels, speziell mit Blick auf den sich immer weiter aufbauenden Migrationsdruck, erwartet.

Riester überraschte gleich zu Beginn seine Zuhörer im bis auf den letzten Platz gefüllte Foyer der Juristischen Fakultät der Universität zu Augsburg mit der Aussage: “Die Rente ist sicher” sei für ihn ein “Glaubensbekenntnis”, diese stehe allerdings unter der “conditio politico” mithin dessen, was politisch machbar und durchsetzbar ist.

“Völlig unzureichend sei allerdings die Rücklagenbildung in weiten Teilen der Bevölkerung, weswegen auch neue Ansätze und möglicherweise auch neue Beteiligungen erforderlich seien, sagte Riester mit Blick auf Beamte und Selbständige. Emotional wurde Walter Riester auf die provokante Frage: “Lohnt sich die Riester-Rente überhaupt noch, Herr Riester?”. Hören Sie hier die Antwort:

Mehr Versicherte machen ein System aber nicht automatisch sicherer, entgegnete Rentenexperte Bert Rürup, dem ehemaligen Arbeits- und Sozialminister postwendend. Beamte lebten zum Beispiel statistisch zwei Jahre länger als der sozialversicherungspflichtige Durchschnittsarbeitnehmer und belasteten damit auch die Kassen länger.

Reformen haben es in der Geschichte der gesetzlichen Rente zahlreiche gegeben, auch die nächste Reform werde nicht lange auf sich warten lassen, spannend wird hier aber die Frage sein, ob solch ein Verteilungskompromiss überhaupt noch im Konsens verabschiedet werden kann. Aussagen über ein sozialverträgliches Niveau der Rente wollten beide Diskutanten nicht treffen, dies sei Sache der Politik.

Siehe auch KÖPFE, hier gibt DIW-Chef Marcel Fratzscher Antwort auf die Fragen nach den Konsequenzen für Versicherer im Lichte des gesellschaftlichen Wandels. (vwh/ak)

Bild: Bert Rürup, ehemaliger Wirtschaftsweiser, Marcel Fratzscher, Präsident des DIW und Walter Riester, Bundessozialminister a.D. (v.l.n.r.). (Quelle: Alexander Kaspar)

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