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Run auf die Run-offs bei den Versicherern

13.09.2013 – Die von PwC vorgestellte Umfrage „Unlocking value in run-off: Survey of Discontinued Insurance Business in Europe“ zeigt die aktuelle Entwicklung in Europa in diesem Bereich. Doch wie entwickelt sich der Markt für Run-offs in Deutschland und dem deutschsprachigen Raum?

In der Vergangenheit wurden im deutschsprachigen Versicherungsmarkt Bestände im Run-off in der Regel intern abgewickelt. Anders als im englischsprachigen Markt, wo diverse Instrumente des aktiven Managements von Run-offs verbreitet sind, gewinnt das Thema im deutschsprachigen Raum erst in jüngerer Zeit an Bedeutung. Insbesondere im Hinblick auf die neuen Solvenzvorschriften Solvency II kommt es demnach vermehrt vor, dass Versicherer ihr Neugeschäft in einzelnen Sparten einstellen. Aber auch bestehende Verträge können stillgelegt und abgewickelt werden. Bereits vor drei Jahren legte die Ergo die Victoria Lebensversicherung still und Neuverträge laufen nur noch über die Ergo Lebensversicherung. Die Versicherer der Sparkassengruppe, die Versicherungskammer Bayern und die Provinzial-Konzerne Nordwest und Rheinland prüfen derzeit, wie ihr Neugeschäft und ihre Altbestände verwaltet werden können.
Eine Ende Mai 2013 veröffentlichte Studie der Universität St. Gallen befasst sich ebenfalls mit dem Thema. Die Studie zeigt, dass das Verständnis für das Thema Run-off bei Rückversicherern ausgeprägter ist als bei Erstversicherern. 41,7 Prozent aller Teilnehmer geben an, über Run-off zu verfügen, bei den Rückversicherern sind es 60,7 Prozent. Der größte Teil des Run-off befindet sich demnach in den Sparten Allgemeine Haftpflicht und Kreditversicherung und wurde zwischen 1993 und 2008 gezeichnet. Als Hauptgründe für die Einstellung von Zeichnungsaktivitäten nannten die befragten Versicherer die Aufgabe eines Geschäftsfeldes, einen außerplanmäßigen Schadenverlauf sowie die Konzentration auf das Kerngeschäft. Gründe für eine aktive Abwicklung von Run-off-Beständen sind vor allem die sinkende Finanzkraft eines Geschäftspartners, der Wunsch, Kapital freizusetzen, und die Unsicherheit über die künftige Schadenentwicklung.
Arndt Gossmann, Vorstandssprecher des Run-off-Spezialversicherers Darag, bestätigt das wachsende Interesse am effizienten Umgang mit Altbeständen: „Es sind vor allem größere und mittlere Gesellschaften, die sich intensiv mit dem Management der inaktiven Portfolios beschäftigen und mit konkreten Anfragen an uns herantreten.“ Die Darag übernimmt Run-off-Bestände in die eigene Bilanz. Seit 2009 hat der Run-off-Spezialist bereits elf Portfolios von deutschen und internationalen Versicherungen erworben. Auch die Teilnehmer der Studie erwarten, dass in Zukunft mit einer Zunahme der Run-off-Aktivitäten zu rechnen ist.

Links: Run-off 2013: Status quo und zukünftige Bedeutung von Run-off im deutschsprachigen Nichtlebens-Versicherungsmarkt (PDF), Sparkassen prüfen Ausstieg aus Lebensversicherungsgeschäft

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