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Rückversicherung: Angebotsverbilligung kein Wettbewerbsvorteil

20.10.2014 – Roulette_Elke Hannmann_pixelio Zedenten können sich einerseits über die drastische Angebotsverbilligung freuen. Bedauerlicherweise kommt diese jedoch auch ihren eigenen Konkurrenten zugute, verschafft ihnen also keinen Wettbewerbsvorteil. Selten war es für Rückversicherungseinkäufer so angenehm, Rückversicherungsschutz einzukaufen, wie ab heute in Baden-Baden.

Der Markt quillt förmlich über an Leuten, Ideen und Kapazität. Andererseits kann der derzeit mögliche Billigeinkauf von Deckung mit künftigen Forderungsabschreibern verbunden sein. Auch ein derzeit noch sehr präsentables Rückversicherer-Rating kann dies nicht ausschliessen.

Empfehlenswert sind daher beispielsweise, genügend diversifizierte Rückversichererpanele zu zeichnen. Eine Strategie könnte sein, keine Anteile oberhalb von 20 Prozent ins Portfolio aufzunehmen. Wichtig in diesem Zusammenhang, gerade bei diversifizierten: das Beachten von Warnsignalen, die von einzelnen Anbietern kommen mögen, etwa rasche Expansion in neue Sparten, Vergabe von Zeichnungsvollmachten, rasches Wachstum, Rückgang entscheidener Bilanz-Ratios.

Sicherheit kann auch der Versuch, von größeren Gruppen angehörigen Rückversicherern Garantieerklärungen oder nicht allzu weich formulierte Patronageerklärungen der Muttergesellschaften zu erhalten.

Wichtig ist das vertragliche Recht, bei einem Rückversichererdowngrading eine sofortige Besicherung der zedierten technischen Rückstellungen verlangen zu können.
Die Inanspruchnahme platzierender Makler kann im Ernstfall schützen und ein Auswahlverschulden hinsichtlich der zu bedenkenden Rückversicherer verlagern. Empfehlenswert erscheint nicht zuletzt die Modellierung des Ausfalls einzelner Rückversicherer im Rahmen der eigenen Solvency II Betrachtungen.

Überangebot, Substitution und erhöhte Gruppenselbstbehalte kennzeichnen das Geschäft der Rückversicherer im Jahr 2014, so lautete einereits die Zusammenfassung der Branchen-Gemengelage im Round-Up zur Veranstaltung in Monte Carlo. Dass die Prämien ins Bodenlose fallen, diese Gefahr hatte man an der Côte d’Azur nicht gesehen – totz des 2013 Abriebs bei den nicht proportionalen Raten von sieben Prozent und des weiteren Abrutschens um 14 Prozent in 2014.

Hier ein Fazit: Mittlerweile sei man sich generell der Notwendigkeit bewusst, einen technischen Preis zu fordern und notfalls die Zeichnungstätigkeit temporär gänzlich einzustellen. (cpt)

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