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Rückversicherer hoffen auf Trendwende

13.09.2016 – MonteCarloDer Rückversicherungsmarkt befindet sich derzeit im Umbruch. Die großen Rückversicherer Swiss Re und Munich Re setzen daher künftig verstärkt auf maßgeschneiderte und strategisch begründbare Rückversicherungslösungen sowie neue Produktlinien. In einer neuen Sigma-Studie befasst sich der Schweizer Rückversicherer detailliert mit den neuen Rückversicherungslösungen.

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren dabei: ein klares Ziel, Erfahrung, Kapazität, Best-Practice-Standards und Transparenz. Dabei definiert die Swiss Re vor allem drei Kategorien von Beweggründen. Zum einen nimmt die Nachfrage nach strategischen Lösungen in der Branche ständig zu, konstatiert der Rückversicherer. Dabei sei der Risikotransfer ein grundlegendes Element jeder Rück- und Versicherungstransaktion. In diese Kategorie fallen nach Ansicht des Rückversicherers verschiedene Lösungen, in denen verschiedene Risiken sowie voneinander abhängige Auslöser kombiniert werden.

Die zweite Kategorie umfasst laut Swiss Re die nichttraditionelle Nutzung der Rückversicherung, welche auf die Unternehmensfinanzierung ausgerichtet ist und sich vor allem an den Anforderungen des Kapitalmanagements, Kapitalkosten und Kapitaleffizienz orientiert. Demnach kann die Rückversicherung nach Ansicht der Studienautoren das Eigenkapital ersetzen sowie die Profitabilität erhöhen.

Den dritten Beweggrund sieht die Swiss Re in strategischen und langfristigen Wachstumszielen. So beinhalten langfristige Kapitallebensversicherungen und andere Vorsorgeprodukte oftmals ein hohes Ertragsvolumen aus den Prämien, welche über die Vertragsdauer hinweg generiert werden. Die Rolle der Rückversicherung besteht dabei vor allem darin, diese Erträge entsprechend zu monetarisieren. Dabei zahlen die Rückversicherer vorab eine so genannte Rückversicherungsprovision.

Im Gegenzug erhalten diese dafür die Rechte an den zukünftigen Zahlungsströmen im Rahmen der bestehenden Verträge. Ähnlich wie beim Verkauf bestehender Policen kann der im Rahmen einer entsprechenden Lösung auch die Verantwortung für die Policenverwaltung an den Rückversicherer übertragen werden, so die Studienautoren weiter. Entsprechende Beispiele dafür waren unter anderem die Transaktionen der Lebensversicherungsbestände wie Resolution Life, Phoenix oder ReAssure.

Konkerte Beispiele sieht die Swiss Re vor allem bei der Versicherung von Non-Damage-Betriebsunterbrechungen sowie bei der Absicherung gegen Katastrophenisiken. Laut Allianz Risk Barometer 2016 sehen derzeit 38 Prozent der Unternehmen in den Betriebsunterbrechungen eines der drei größten Geschäftsrisiken. Auch wenn diese derzeit vor allem noch durch herkömmliche Risiken wie Naturkatastrophen, Brände, Explosionen und Lieferausfälle zurückzuführen sind, steigt das Risiko im Zusammenhang mit technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen und der Globalisierung in den kommenden Jahren weiter an.

Einen weiteren Hauptgrund sieht die Swiss Re vor allem auch in der Absicherung gegen Katastrophenrisiken. Dabei zielen die entsprechenden Programme laut Swiss Re vor allem auf die Risikoakkumulation ab, die sich hauptsächlich aus den Naturkatastrophen ergebe. Dabei haben nach Ansicht der Studienautoren verschiedene Trends den Markt für Katastrophenversicherungen in den letzten Jahren verändert. Dabei sieht die Swiss Re die Hauptursachen in den den steigenden Katastrophenkosten in einem weltweiten Trend zur Urbanisierung und der Anhäufung von Vermögenswerten in vielen Städten mit höherer Risikoexposition, vor allem in Küstengebieten.

Einen ähnlichen Fokus verfolgt zudem auch die Munich Re. Demnach will der Münchner Rückversicherer nach eigenen Angaben seine mehrgleisige Strategie fortsetzen. Diese bestehe zum einem in einem konsequenten Zyklusmanagement und zum anderen in maßgeschneiderten Lösungen, um der stetigen Nachfrage nach individueller Rückversicherung für komplexe Bedarfe zu begegnen.

So kündigte die Munich Re an, “dem wachsenden Bedarf” der Kunden nach zunehmendem Versicherungsschutz durch Cyberrisiken zu begegnen. “Daher bauen wir unsere Fähigkeiten bei der Beurteilung der verschiedenen Cyberrisiken systematisch aus”, betont Vorstand Thomas Blunck. Zudem entwickelt der Münchner Rückversicherer nach eigenen Angaben auch neue Versicherungslösungen für Unternehmen, die finanzielle Einbußen im Falle von Epidemien erhalten – interessant vor allem für die Tourismusbranche und Fluggesellschaften. (vwh/td)

Bild: Die Rückversicherer erörtern in Monte Carlo derzeit neue Zukunftslösungen für den Rückversicherungsmarkt. (Quelle: HKM)

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