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Rosige Zeiten für Rückversicherungseinkäufer

21.10.2014 – Reinsurers_Baden_BadenBei der Erneuerungsrunde in Baden-Baden befinden sich die Rückversicherer im Argumentationsnotstand. Sie verweisen auf tendenziell steigende Schäden aus Naturkatastrophen. Doch das vergangene Jahr lief auf der Schadenseite sehr ruhig, aus Rückversicherersicht fast zu ruhig.

Sowohl die Münchener Rück als auch die E+S Rück berichteten gestern über den Klimawandel und steigende Schäden. In diesem Jahr hat die Gewitterfront Ela im Juni und die sturzartigen Regenfälle in Münster zu Belastungen bei den Versicherern geführt. Beide Schadenereignisse sind aber von mittlerer Größe und liegen erwartungsgemäß innerhalb der Priorität der Erstversicherer.

Weil diese mittelgroßen Schäden zunehmen, fragen Erstversicherer verstärkt nach Frequenzdeckungen. Zudem hat sich herausgestellt, das die Belastung aus dem Katastrophenjahr 2013 größer ist, als zunächst angenommen, berichtete die E+S. „Die Versicherer haben in Auto-Kasko diese Schäden unterschätzt“, sagte Andreas Kelb, Bereichsleiter für Deutschland.

Die Hannoveraner erhoffen sich zumindest stabile Raten. „Wir sind bei den Preisen noch nicht dort, wo wir nach dem letzten Jahr eigentlich sein wollten“, sagte Michael Pickel, der für das Deutschland-Geschäft der Hannover Rück zuständig ist. Die Preise sollten „keinesfalls sinken“. Ludger Arnoldussen von der Münchener Rück zeigte sich entschlossen, weiter Zeichnungsdisziplin zu wahren. „Wir werden uns auf risikoadäquate Preise konzentrieren“, sagte der Munich-Re-Manager.

Angesichts eines enormen Überhangs an Kapazität auf den Märkten kündigte der Rückversicherungsmakler Aon Benfield an, dass es nicht nur Druck auf die Preise geben wird, sondern auch auf die Konditionen. Das könnte die Stundenklauseln betreffen, die Wiederauffüllungs-Prämien und sogar die Rückversicherungsprovisionierung. Beim Breakfast-Briefing im Baden-Badener Kurhaus berichtete Jan-Oliver Thofern darüber, dass sogar über Terroreinschluss bei US-Exposures gesprochen wird. „Die Lage für die Einkäufer ist durchaus rosig.“

Nach Berechnungen von Aon Benfield ist das Kapital auf den Rückversicherungsmärkten von 340 Mrd. US-Dollar im Jahr 2008 auf 570 Mrd. Dollar angeschwollen. „Die Rückversicherer werden weiterhin auf Zeichnungsdisziplin achten, aber jede Gesellschaft definiert diese anders“, hatte Thofern gegenüber VWheute im Vorfeld erklärt. „Es gibt kein Naturgesetz, wonach der Preis für ein bestimmtes Risiko feststeht.“ (ba)

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