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Roland-Rechtsreport 2014: Besserer Anwalt, besser zum Recht

17.01.2014 – „Wer sich einen besseren Anwalt leisten kann, hat vor Gericht besser Chancen.“ Das glaubt laut dem Roland Rechtsreport eine deutliche Mehrheit der Deutschen. „Justitia ist in den Augen der Bevölkerung nicht blind“, stellt Renate Köcher vom Institut für Demoskopie Allensbach bei der Vorstellung des Roland Rechtsreports 2014 fest.

Fast 63 Prozent der Befragten schätzen, dass ein guter Anwalt besser zum Recht verhilft (siehe Tabelle). Immer noch 57 Prozent glauben, dass jemand mit einer guten finanziellen Situation eher sein Recht durchsetzen kann, als ein armer Schlucker. Eine Chancengleichheit vor Gericht sehen sogar nur 20 Prozent der Befragten. Mit ihrem Rechtsreport überprüft die Roland Rechtsschutzversicherung aus Köln seit Jahren welche Meinung die Deutschen zu ihrem Rechtssystem haben.

„Insgesamt ist das Vertrauen in die Gerichte und Gesetze aber in den letzten Jahren deutlich gestiegen“, stellt Köcher fest. Hatten 2011 noch 60 Prozent aller Deutschen Vertrauen zu ihren Gerichten, waren es 2013 schon 71 Prozent. Noch positiver ist die Meinung zu den Gesetzen. Hier stieg das Vertrauen von ebenfalls 60 Prozent sogar auf 76 Prozent.

Doch es gibt auch negative Beurteilungen. So halten fast 80 Prozent der Befragten die Dauer von Gerichtsverfahren für zu lang. „Diese Meinung teilen auch Richter und Staatsanwälte“, sagte Expertin Köcher. „Viele klagen darüber, dass sie oftmals nicht genug Zeit haben, sich intensiv mit einem Fall zu beschäftigen“, so die Demoskopin. Erstmals waren für den Rechtsreport 2014 auch 1.800 Richter und Staatsanwälte befragt worden. Sie sind aber mit überragender Mehrheit der Meinung, dass Mandanten, die sich einen bekannten Anwalt leisten können, nicht besser vor Gericht abschneiden. Hier gibt es somit zwischen Bevölkerung und Richtern eine deutliche Meinungsverschiedenheit. Einig sind sich Richter und Bevölkerung aber darin, dass die Mehrheit (62 Prozent) ein „gutes Gespür“ für Recht und Unrecht hat, auch wenn die meisten (61 Prozent) die Gesetze in Deutschland für zu kompliziert halten. Der großen Mehrheit der Bevölkerung ist der Gedanke, vor Gericht zu treten, unangenehm. Erst ab einem durchschnittlichen Streitwert von 1.950 Euro sind die Deutschen bereit, ein Gerichtsverfahren anzustrengen.

Auf Rang zwei – nach dem sozialen Sicherungssystem (61 Prozent) – stellt das Grundgesetz nach Meinung der Bevölkerung eine der größten Errungenschaft der Bundesrepublik dar. Davon sind 60 Prozent der Deutschen überzeugt. Erst dann folgen die „starke Wirtschaft“, die hohe „Qualität deutscher Produkte“ und der „hohe Lebensstandard“. Angst haben die Deutschen aber, dass der hohe Stellenwert des Grundgesetzes durch die zunehmende europäische Integration verloren gehen könnte. 42 Prozent glauben, dass das Grundgesetz schon heute etwas an Bedeutung verloren hat und 22 Prozent sogar es schon deutlich verloren hat. Zu den Urteilen des Bundesverfassungsgerichts gibt es vielfach ein sehr geteiltes Stimmungsbild (siehe Schaubild). Eine eindeutige Meinung haben die Deutschen, wenn es um ihre Informationsfreiheit geht. Das Urteil, dass Telefon- und Internetverbindungen von der Polizei nur bei konkretem Verdacht ausgewertet werden dürfen, halten 90 Prozent für richtig. (usk)

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Tabellen: Roland Rechtsreport 2014

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