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Risikomanagement ist Gebot der Stunde

01.12.2015 – Der Abbau von Arbeitsplätzen wird 2016 zu einem beherrschenden Thema in der Versicherungswirtschaft werden. Mit 211.000 Mitarbeitern betreuen die Versicherer ein Prämienvolumen von 255,5 Mrd. Euro. So wenige Menschen haben zuletzt im Jahr 1989 bei den Versicherern gearbeitet, dem Jahr des Mauerfalls. Das damals betreute Prämienvolumen war drei Mal geringer.

Wie stark kann man die Zitrone noch ausquetschen? Die Lebensversicherer arbeiten beispielsweise schon jetzt viel effizienter als noch vor zehn Jahren. Bafin-Statistiken zufolge wandten sie im Jahr 2004 3,4 Prozent der Beitragseinnahmen für die Verwaltung auf. Jetzt sind es 2,2 Prozent. Und auch der Vertrieb arbeitet effizienter. Bei 28,6 Promille liegen aktuell die Abschlussaufwendungen im Markt. Vor zehn Jahren waren es noch 33,5 Promille.

Die FAZ listet 47 Großunternehmen auf, die ein Stellenabbauprogramm durchlaufen. Darunter befinden sich fünf Versicherer: Axa, Signal Iduna, Zurich, Allianz und W&W. Erst kürzlich kündigte Talanx an, 600 Stellen im HDI-Kundenservice abbauen zu wollen. Bei den Neueinstellungen findet man nicht einen einzigen Versicherer.

Überraschenderweise sind die Verwaltungskosten in der Schadenversicherung in den zurückliegenden zehn Jahren nicht gesunken, trotz der zum Teil umwälzenden Umstrukturierungen der letzten Jahre. Wird man sich nun noch einmal damit auseinandersetzen? Ja, aber: Die Anstrengungen bei der Digitalisierung wird die Kostenquoten der Schadenversicherer erst einmal treiben. Der Druck auf die Kosten ist hier auch nicht so hoch. In der Schadenversicherung verdienen die Versicherer gerade richtig gutes Geld, der Markt befindet sich auf dem Höhepunkt eines Zyklus, der seit Sechs Jahren andauert.

Von 2009 bis 2014 stiegen die Beitragseinnahmen der Schadenversicherer von knapp 64 auf 71,6 Mrd. Euro. Die Durchschnittsprämie pro Vertrag ist in dieser Zeit von 123,20 auf 128,80 Euro gestiegen und das auf einem wachsenden Markt. 556,2 Millionen Verträge hatten die Schadenversicherer Ende 2014. Das waren 7,2 Prozent mehr als im Jahr 2009.

“Viele haben gleichzeitig einen Fuß auf dem Gaspedal und einen auf der Bremse”, stellt Patrick M. Liedtke von Black Rock fest. Die Asset Manager haben Versicherer mit einem Anlagevermögen von zusammen 6,5 Bil. US-Dollar zu ihren Plänen befragt. 57 Prozent von ihnen wollen das Risiko in ihrem Anlageportfolio im nächsten Jahr erhöhen. Vor einem Jahr hatten sich 33 Prozent dementsprechend geäußert. Dabei bleiben die Märkte fragil, warnt der Asset Manager Amundi. Er hat 184 Pensionsfonds befragt. Risikomanagement ist deshalb das Gebot der Stunde. (ba)

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