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Risikoinformationen: Basis für Finanzentscheidungen

22.07.2015 – Risiko_lichtkunst.73_pixelioVon Thomas B. Berger und Nathalie Benzinger. Der Umgang mit Risikoinformationen fällt Menschen schwer. Nicht nur, weil es emotionale Vorbehalte – “ich will darüber nicht nachdenken” – gibt, sondern weil auch diese Art von Kompetenz typischerweise nicht Teil der Schulbildung ist. Die Herausforderung für Finanzdienstleister ist, das gerade bei Anlageentscheidungen viele Informationen, darunter auch Risikoinformationen, eine wichtige Rolle spielen.

Die Wahl, beispielsweise zwischen verschiedenen Aktienfonds oder Assetklassen, hängt entscheidend davon ab, wie sich die Risikoinformationen wie die Verlustwahrscheinlichkeit oder die Performance über einen bestimmen Zeitraum darstellen.

  1. Grundsätzlich sind drei Arten der Darstellung von Risikoinformationen denkbar:
  2. Die übliche Darstellungsform ist die Angabe von Wahrscheinlichkeiten von Chancen, Vorfällen oder Risiken in Prozent.
  3. Die statistischen Informationen können auch verbal ausgedrückt werden. Dazu werden Begriffe wie “selten”, “hoch” oder “häufig” verwendet. Diese Begriffe werden dann meist auch definiert, z. B. “selten” als “1 von 10.000 Fällen”. Zu finden u. a. auf Beipackzetteln.

Die Informationen können auch grafisch dargestellt werden, z. B. in Form von Balken- oder Tortendiagrammen. Denkbar ist auch, Entwicklungen über einen Zeitraum in Linienform darzustellen. Bei bestimmten Sachverhalten könnte auch eine Verteilungsfunktion genutzt werden, was jedoch eher für Spezialfälle geeignet erscheint. Grafische Darstellungen werden oftmals nur ergänzend vorgenommen.

Statistische Kenntnisse stellen eine wichtige Grundlage für die Ausprägung der Risikokompetenz dar. Diese Kenntnisse sind jedoch teilweise sehr rudimentär ausgeprägt. So sind 76 Prozent der Erwachsenen in den USA und 54 Prozent in Deutschland nicht in der Lage, aus der Angabe “1 in 1.000 Fällen” auf die korrekte Prozentangabe (0,1 Prozent) zu schließen.

Wie verschiedene Studien zeigen, neigen Menschen eher dazu, die Informationen als Zahl bereitgestellt zu bekommen, gefolgt von verbalen Beschreibungen. Wie verschiedene Studien jedoch zeigen, weichen die Interpretationen von verbalen Beschreibungen wie “gelegentlich” oder “häufig” massiv von den definierten Wahrscheinlichkeiten ab. (vwh/ku)

Bildquelle: lichtkunst.73 / pixelio.de

Nathalie Benzinger hat an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart Wirtschaftsingenieurwesen studiert und arbeitet in der Automobilbranche. Thomas Berger lehrt und forscht an der DHBW Stuttgart im Bereich Marketing, Risikomanagement und Projektmanagement

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