Versicherungswirtschaft-heute
Samstag
10.12.2016
          Mobilversion

 


- Anzeige -

Risiko-Wahlen in den USA

08.11.2016 – white_house_chuck_kennedyTag der Entscheidung in Amerika: Nach einem der wohl erbittertsten Wahlkämpfe der US-Historie fällt heute der letzte Vorhang in der großen Clinton-Trump-Show. Wer wird in den nächsten vier Jahren die Zügel der Weltmacht in der Hand halten, lautet die über allem stehende Frage. Ihre Antwort könnte die Finanzmärkte kräftig durcheinanderwirbeln. Das Land steht am Scheideweg.

Während die Demokratin Hillary Clinton verstärkt in die Infrastruktur investieren, die erneuerbaren Energien fördern und Barack Obamas Gesundheitsreform fortführen will, setzt Donald Trump seinen Fokus auf Abschottung und die Stärkung des Binnenmarktes.

Der republikanische Kandidat fordert eine Bundesstaaten übergreifende Öffnung der Versicherungsmärkte, Beiträge zu privaten Krankversicherungen sollen steuerlich absetzbar werden. Die Krankenversicherungspflicht, die der Affordable Care Act eingeführt hat, möchte er hingegen komplett abschaffen.

Nach Schätzung des Ministeriums für Gesundheitspflege und Soziale Dienste der Vereinigten Staaten haben sich seit Inkrafttreten des Affordable Care Acts im Jahr 2010 rund 20 Millionen Menschen neu versichert, ca. 24 Millionen erhielten Zugang zu subventionierten oder gebührenfreien Dienstleistungen. Der Anteil der nicht-versicherten US-Amerikaner lag 2015 bei 9,1 Prozent – der niedrigste Wert in der US-Geschichte. Sollte der Affordable Care Act unter Trump abgeschafft werden, könnten fast 21 Millionen Bürger ihren Versicherungsschutz verlieren, warnen Kritiker.

Im Bereich der Finanzmarktregulierung will Clinton bestehende Maßnahmen forcieren. Sie schlägt eine Risikogebühr für die größten Finanzinstitute vor. Schlupflöcher, die es den Unternehmen ermöglichen, risikoreiche Investitionen mit dem Geld von Steuerzahlern zu tätigen, sollen geschlossen werden. Dass zu große Finanzplayer entstehen, die in die Kategorie “too big to fail” fallen, möchte Clinton unbedingt vermeiden. Dafür sollen Regulierer mehr Handlungsspielräume erhalten.

Trump seinerseits fordert hier den Abbau von Bürokratie und eine Freisetzung der Marktkräfte. Fast alle Finanzmarktreformen, die unter Obama in Kraft getreten sind, will der Unternehmer im Falle seiner Präsidentschaft rückgängig machen.

Die Beziehung zwischen europäischen und amerikanischen Versicherern indes dürfte unabhängig vom Wahlergebnis keine einschneidenden Folgen für die einzelnen Player haben. Im Rahmen des EU-US-Insurance Projects etwa haben sich Europäische Kommission, Eiopa, National Association of Insurance Commissioners und das Federal Insurance Office of the U.S. Department of the Treasury im Jahr 2012 auf eine starke Partnerschaft verständigt, die gegenseitige Geschäfte ankurbeln, den Verbraucherschutz stärken und eine effiziente Aufsicht ermöglichen soll. (mst)

bestellen_vwhMehr zum Thema lesen Sie in der Versicherungswirtschaft 11/2016“Showdown: Der US-Wahlkampf geht in die letzte Runde – worauf sich Politik, Wirtschaft und Versicherer nach dem 8. November einstellen müssen”

Bildquelle: White House / Chuck Kennedy

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

Verlag Versicherungswirtschaft | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten