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Riester und Co. zertifiziert und klassifiziert

08.06.2016 – ruby_Rolando_de_SousaAnbieter von Riester- und Basisrenten müssen künftig ihre Produkte nicht nur zertifizieren, sondern anschließend auch klassifizieren lassen. Zuständig ist die Produktinformationsstelle Altersvorsorge in Kaiserslautern. Geschäftsführerin Melissa Ruby erklärt ihrem Beitrag für VWheute die Details der Berechnung der Effektivkosten, die für mehr Transparenz sorgen sollen.

Mit dem Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz hat der Gesetzgeber ein einheitliches Produktinformationsblatt (PIB) eingeführt, um die Transparenz und die Vergleichbarkeit der steuerlich geförderten Altersvorsorgeprodukte zu erhöhen. Ab 1. Januar 2017 müssen die Anbieter solcher Produkte ihre Kunden vor jedem Vertragsschluss mit dem PIB über die wesentlichen Produktmerkmale informieren. Dieses enthält insbesondere die Chancen-Risiko-Klasse (CRK) und die Effektivkosten für das entsprechende Produkt. Aufgabe der Produktinformationsstelle Altersvorsorge (PIA) ist es, alle zertifizierten Altersvorsorge- und Basisrentenprodukte in CRK einzuordnen und eine einheitliche Berechnungsmethodik für die Effektivkosten vorzugeben.

Die Effektivkosten stellen eine wichtige Kennziffer zum Preis-Leistungs-Verhältnis des Produktes dar. Diese Kennziffer drückt die Minderung der Wertentwicklung des Vertrags bis zum Beginn der Auszahlungsphase durch Kosten aus. Es handelt sich bei den Effektivkosten somit nicht direkt um Kosten, sondern um ein absolutes Maß, das den durch Kosten verursachten Verlust an Rendite darstellt. Im Rahmen der Effektivkostenberechnung soll dieses Maß an Renditeverlust durch die Berücksichtigung aller messbaren renditemindernden Faktoren bei der Berechnung des Ablaufvermögens nach Kosten bestmöglich bestimmt werden. Die Angabe der Effektivkosten sorgt somit für erheblich mehr Transparenz zugunsten der Verbraucher.

Grundsätzlich erhält man die Effektivkosten, indem man im ersten Schritt die Rendite eines Altersvorsorge- und Basisrentenprodukts auf die eingezahlten Beiträge ohne Berücksichtigung jeglicher Kosten berechnet. Im zweiten Schritt wird die Rendite auf der Grundlage des Ablaufvermögens, das sich nach der Berücksichtigung zulässiger Kosten durch den Anbieter ergibt, ermittelt. Die Effektivkosten ergeben sich als Differenz der jeweils in Prozentpunkten (p.a.) ausgedrückten Renditen dieser beiden Schritte.

Laut Altersvorsorge-Produktinformationsblattverordnung ergibt sich die Bruttorendite vor Kosten im ersten Schritt aus der Zugehörigkeit des Produkts zu einer von der PIA bestimmten CRK. Zur Bestimmung der Rendite nach Kosten im zweiten Schritt wird zu einem gegebenen Beitragsvektor (bereinigt um die Beiträge für Zusatzabsicherungen) ein Ablaufvermögen unter Verwendung eines einfachen Sparprozesses ermittelt. Dabei werden sämtliche tatsächlich berechneten vertragsindividuellen Kosten sowie sämtliche renditemindernden quantifizierbaren Größen (auch wenn sie nicht explizit vom Vertragsvermögen abgezogen werden), die zugunsten der Anbieter dem Zweck der Kostendeckung oder Gewinnerzielung bzw. -erhöhung dienen, angerechnet. Zudem wird vereinfacht angenommen, dass sich alle möglichen Anlagetöpfe deterministisch mit der gleichen Rendite, nämlich der sich aus der CRK-Zugehörigkeit ergebenden, entwickeln.

Die PIA hat bereits Ende Mai die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für die Berechnungsmethodik der Effektivkosten abgeschlossen. Die Methodik wird in Kürze in Form einer Allgemeinverfügung im Bundessteuerblatt veröffentlicht und auf der Webseite der PIA zur Verfügung gestellt.

Bild: Melissa Ruby, Geschäftsführerin der Produktinformationsstelle Altersvorsorge. (Quelle: Rolando de Soussa)

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