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Rezession in Spanien drückt Prämieneinnahmen

10.02.2014 – unespa-gonzalez-150Das Prämienvolumen im spanischen Versicherungsmarkt ist in 2013 kräftig eingebrochen (siehe MÄRKTE). Pilar González de Frutos, die Präsidentin des spanischen Versichererverbandes Unespa, erwartet trotz einer gesamtwirtschaftlichen Erholung in 2014 nur eine allmähliche Verbesserung bei den Versicherern. Das Interview unseres Korrespondenten:

VW-heute: In 2013 sind die Prämieneinnahmen des spanischen Versicherungsmarktes um 3,3 Prozent zurückgegangen. Warum musste die Assekuranz stärker Federn lassen als die Gesamtwirtschaft mit einem  BIP-Rückgang von 1,2 Prozent?

González de Frutos: Das Problem bei den Unternehmen ist, dass sie keine neuen Projekte in Angriff nehmen. Zurückzuführen ist das auf die allgemeine wirtschaftliche Situation und die Kreditklemme. Im Privatkundengeschäft ist eindeutig die hohe Arbeitslosenquote die Ursache.

VW-heute: Das Kraftfahrtgeschäft verzeichnet seit Jahren starke Prämienrückgänge, auch in 2013 mit minus 5,5 Prozent. Warum gelingt es nicht, die Tendenz zu stoppen und welche Bedeutung hat der herrschende Preiskrieg?

González de Frutos: Es ist kein Preisproblem, sondern die negative wirtschaftliche Entwicklung. In Spanien werden viel weniger Kraftfahrzeuge verkauft, als vor der Wirtschaftskrise. Gegenwärtig gibt es rund eine halbe Million weniger versicherte Fahrzeuge als vor der Krise.

VW-heute: Der Vertrauensverlust der Kunden gegenüber den Banken ist eine Gelegenheit für die Lebensversicherung. Trotzdem sind die Prämien in 2013 um 3,9 Prozent gesunken. Warum sehen wir kein Wachstum?

González de Frutos: Die Prämienentwicklung der Kapitallebensversicherung ist sehr volatil, insbesondere, wenn die Finanzmärkte nicht stabil sind. Deshalb nutzen wir die technischen Rückstellungen, weil dieser Parameter besser die Performance der Lebensversicherung widerspiegelt. Sie sind in 2013 um 3,2 Prozent gestiegen.

VW-heute: In 2014 soll die Wirtschaft um 0,9 Prozent wachsen und die Arbeitslosenquote auf 25,6 Prozent zurückgehen. Wird die Assekuranz ebenfalls wieder wachsen können?

González de Frutos: Wenn alles fällt, dann fallen wir langsamer, wie man in dieser Krise gesehen hat. Und umgekehrt, wenn der Rest der Wirtschaft mit der Erholung beginnt, dann folgt die Versicherungswirtschaft mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung.

VW-heute: Welche Zweige haben in 2014 das meiste Wachstumspotential?

González de Frutos: Die Sterbegeldversicherung oder die Krankenversicherung haben Wachstumspotential, ebenso die Kapitallebensversicherung. Beim Rest wird sich das Wachstum parallel zur jeweiligen wirtschaftlichen Aktivität und den Programmangeboten der Versicherer entwickeln.

Das Interview führte VW-heute-Korrespondent Rolf Engelhardt.

Foto: Unespa-Präsidentin González de Frutos sieht nur allmähliche Erholung der spanischen Versicherer. (Quelle: vwh/RE)

Link: MÄRKTE

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